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So funktioniert der Bahnhof Adventskalender blickt in Stellwerk und 3S-Zentrale

Von Ullrich Schellhaas | 03.12.2015, 18:46 Uhr

Am Bahnhof fahren Züge – ist ja klar. Aber wie funktioniert so ein Bahnhof eigentlich hinter den Kulissen? Wie kommen die Züge auf das richtige Gleis, auf dem sie tatsächlich halten sollen? Und wer erklärt den Reisenden, welchen Anschlusszug sie bekommen? Osnabrücker Kinder kennen die Antwort – denn für sie öffnete sich im Adventskalender nicht nur die Tür in das Stellwerk und in die 3S-Zentrale.

„Achtung, eine.... Sicherheitsdurchsage...: Bitte lassen Sie... lassen Sie Ihr... Gepäck nicht... was? Genau: nicht unbeaufsichtigt am Bahnhof stehen.“ So eine Ansage über Lautsprecher, wo alle Reisenden sie hören können, kann ganz schön aufregend sein. Zumindest, wenn man noch ein Kind ist und doch eigentlich nur mal wissen will, wie so ein Bahnhof hinter den Kulissen funktioniert. Trotzdem hat sich Jonathan ein Herz gefasst und mit ein klein wenig Vorsagen von einer Fachkraft ganz alleine ein paar Koffer gerettet, die sonst vermutlich hinterlistigen Dieben zum Opfer gefallen wären.   Dabei war die Zentrale für Sauberkeit, Sicherheit und Service – im Bahnjargon auch 3S-Zentrale genannt – nur eine Station, die Justus und Jonathan auf ihrer Besichtigungstour live erleben konnten. Von hier aus schalten und sprechen Mitarbeiter wie Sabine Nienker Durchsagen, die für Reisende interessant sind: Etwa, dass ein Zug einfährt, dass der Sicherheitsbereich am Bahnsteig erst nach Halt des Zuges betreten werden darf oder dass alle Anschlüsse erreicht werden – wenn man denn die kurze Treppe im Bereich B des Bahnsteigs wählt und nicht den Umweg über die Halle nimmt. Hier, wie später auch im Stellwerk, ist allerdings wenig von echten Zügen zu sehen. In der 3S-Zentrale etwa verfolgen die Mitarbeiter die Bewegungen auf Monitoren, die ganz viele Linien anzeigen und wo der Zug durch ein paar kleine rote Punkte dargestellt ist.  

Streckenfreigabe im Stellwerk

Ähnlich verhält es sich im Stellwerk – nur sind es hier keine Monitore, sondern mehrere Quadratmeter große Tafeln, die die Position der Fahrvorgänge auf dem Schienennetz darstellen. Und unter der Woche tagsüber sind vier Fahrdienstleiter dafür zuständig, dass auch alle Züge genau auf dem Gleis ankommen, wo sie ankommen sollen. Mit zwei Tastendrücken – einem Ziel und einem Endpunkt – wird so eine komplette Strecke freigegeben, die der Zug dann bis zu seinem Halt befahren kann. Und auch hier konnten die Jungen einmal Weichen stellen und eine Strecke freigeben – unter fachkundiger Aufsicht des Eisenbahners im Betriebsdienst, der eben im Stellwerk der Fahrdienstleiter ist.

Unbezahlbare Einblicke

All das organisiert hat Sabine Strotmann vom Bahnhofsmanagement Osnabrück, die für den diesjährigen Adventskalender schon das zweite Jahr in Folge die Türen zu den sonst unzugänglichen Bereichen des Bahnhofs öffnete. Ein Blick in das Reisezentrum, wo der Kaufmann für Verkehrsservice Frank Pohlmann seine Tätigkeit erläuterte und eine kurze Einführung in die Bedienung eines Fahrkartenautomaten rundeten die spannenden Fünfviertelstunden ab. Und dass letztlich nur zwei Jungs dabei waren, hat niemanden gestört – denn so konnten sie alles noch ein bisschen intensiver erkunden.