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Serie: Neue Künstler am Theater Osnabrück Die „Drahtseilakrobaten“ stellen sich vor

Von Anne Reinert | 28.09.2011, 20:17 Uhr

Wenn es einen Intendantenwechsel am Theater gibt, kommen auch immer viele neue Künstler in ein Ensemble. So ist es auch in Osnabrück, an dem mit dem Antritt von Dr. Ralf Waldschmidt viele neue Schauspieler, Sänger und Tänzer auf der Bühne zu sehen sind. Wir stellen Ihnen die neuen Künstler in einer täglichen Serie vor.

Den Anfang machen die Schauspieler Anton Koelbl, Franziska Arndt und Magdalena Helmig, die in Peca Stefans Stück „Drahtseilakrobaten“ zu sehen sind, das auf dem Spieltriebe-Festival Premiere hatte und nun in den Spielplan des Emma-Theaters übernommen worden ist. Die drei „Neuen“ am Theater Osnabrück hatten sich gestern im Foyer des Emma-Theaters versammelt, um über ihren bisherigen Berufsweg, ihre Ziele und Traumrollen zu sprechen.

Magdalena Helmig: In „Eine Stille für Frau Schirakesch“ sitzt Magdalena Helmig meistens stumm auf der Bühne. Trotzdem fällt sie in ihrer Rolle der traumatisierten Soldatin durch ihre Präsenz positiv auf. Schwer fällt es ihr nicht, das zu spielen. „Das ist eine Konzentrationsfrage“, sagt sie. Die Hauptsache sei aber doch, dass es ihr Spaß mache, das Stück zu spielen.

In Osnabrück hat die 1982 in München geborene Schauspielerin ihr erstes Festengagement. Sie studierte von 2005 bis 2009 an der Schauspielschule Bochum und spielte während dieser Zeit unter anderem im Musical „Linie 1“ an den Wuppertaler Bühnen mit. Nach ihrem Abschluss wirkte sie unter anderem als Ophelia in „Hamlet“ und in „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ am Schauspielhaus Bochum mit.

„Eine Medea oder Penthesilea wird es irgendwann sein müssen“, antwortet Magdalena Helmig auf die Frage, welche Rolle sie gern einmal spielen würde. Als Metapher seien diese Figuren alles andere als „lebensfremd“, erklärt sie, was sie daran reizt. Und hat sie auch ein Ziel, das sie in ihrer Zeit am Theater Osnabrück erreichen möchte? „Ich möchte eine gute Zeit mit meinen Kollegen haben und die Menschen beglücken“, sagt Magdalena Helmig.

Anton Koelbl: Nicht immer stand Anton Koelbl als Schauspieler auf der Bühne. Nachdem er nach seinem Schauspielstudium in Hannover unter anderem zwölf Jahre lang am Theater Basel und am Theater Konstanz engagiert war, wechselte der im bayrischen Eichstätt geborene Schauspieler den Beruf und entwickelte in München integrative Theaterprojekte für psychiatrieerfahrene Menschen. „Das war eine beschlossene Abkehr vom Theater“, sagt Koelbl, was ihn zu diesem Wechsel bewogen hatte. Doch es war kein Abschied für immer. Nach zehn Jahren nahm Anton Koelbl erneut ein Festengagement am Theater Augsburg an. Dort lernte er auch Ralf Waldschmidt kennen, der dort Operndirektor war.

„Ich möchte zusammen mit dem Ensemble schönes Theater machen“, sagt der Schauspieler, was er sich von seiner Zeit in Osnabrück erhofft. Die Botschaften, die auf der Bühne rübergebracht werden, sind allerdings nicht immer schön. „Es gibt auch unangenehme Dinge, die man dem Publikum sagen muss“, erklärt Koelbl. Allerdings sei es auch legitim, die Zuschauer einfach mal zu unterhalten.

Franziska Arndt: Ihre Traumrolle? Da legt Franziska Arndt sich nicht fest. „Ich freue mich über alles, was kommt“, sagt sie. Mit ihren bisherigen Rollen ist sie jedenfalls hochzufrieden. „Ich habe immer Glück gehabt mit meinen Rollen und hoffe, dass es so weitergeht“, sagt Arndt, die an der Folkwang-Hochschule in Essen studiert hat.

In ihrem bisherigen Berufsleben war Franziska Arndt als freischaffende und festengagierte Schauspielerin unterwegs. Diesen Wechsel, sagt sie, schätze sie sehr. Denn einerseits gefällt es ihr, frei zu arbeiten. Andererseits möge sie es, auch mal an einem Ort zu sein.

Doch nicht nur zwischen festen und freien Engagements bewegt die 1974 geborene Arndt sich hin und her, sondern auch zwischen Theaterbühne und Film- und Fernsehproduktionen. Unter anderem spielte sie im „Tatort“ und in der ZDF-Krimireihe „Das Duo“ mit.

Auf der Bühne war Franziska Arndt unter anderem schon als „Maria Stuart“ zu sehen. Eine Inszenierung,die ihr besonders am Her-zen liegt, ist das Ein-Personen-Stück „Wunschkonzert“ von Franz Xaver Kroetz. Diese Rolle ist völlig stumm. Stattdessen ist das Fräulein Rasch die ganze Zeit überbei Alltagshandlungen zu sehen.