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Seit zwei Tagen „GEBUCHT“ Büdchenfest Osnabrück: Hilfe, der Stempel geht nicht ab!

Eine Kolumne von Hendrik Steinkuhl | 28.07.2014, 16:38 Uhr

Zum Glück hat er heute keinen Termin im Rathaus! Unser Mitarbeiter Hendrik Steinkuhl ist am Samstag auf dem Büdchenfest gewesen, und noch immer hat er einen bleibenden Abdruck auf der Hand: seinen Partystempel. Wem geht es ähnlich? Und was kann man tun, um nicht tagelang (Achtung, Wortwitz!) abgestempelt zu sein?

Wenn ich mir heute meine rechte Hand so anschaue, frage ich mich: Warum hat der Mann am Eingang des Büdchenfestes nicht gleich tätowiert? Am Samstag war ich „feiern“, am heutigen Montag kann das weiterhin jeder sehen – und wenn ich nicht die Nagelbürste raushole, wird sich daran bis zum kommenden Wochenende wohl auch nichts ändern.

Immer noch „GEBUCHT“

Sobald sich der Kater verzogen hat, sollte von einem Partystempel nicht mehr zu sehen sein als ein dunkler Schatten. Um so alberner, dass ich am Samstag auf dem Büdchenfest genau ein Geselligkeitsbier getrunken habe, jetzt aber noch immer ein hervorragend lesbares „GEBUCHT“ auf dem Handrücken trage. Meine Begleitung übrigens fand den Stempel sogar auf ihrem Oberschenkel wieder, nachdem ihre Hand dort eine geschätzte Stunde gelegen hatte. Dies nur als kurze Sachinformation – von Spekulationen über Hand und Schenkel meiner Begleitung bitte ich abzusehen.

Um wieder ausschließlich mich bloßzustellen: Seit Samstagabend habe ich viermal geduscht, allerdings nie länger als drei Minuten. In dieser Zeit kann man meiner Ansicht nach alles Wichtige erledigen. Ein paarmal öfter habe ich mir die Hände gewaschen. Gestern Abend bin ich noch eine knappe Stunde gelaufen – eine Menge Handschweiß hat der Stempel also auch überlebt.

Ist das noch normal? War in dem Stempelkissen das Zeug, mit dem der Bauer die Schweine markiert? Und wer von euch 3000 anderen Büdchenfest-Besuchern ist heute ebenfalls immer noch „GEBUCHT“?

Ich verrate nichts Neues, wenn ich festhalte, dass der Partystempel die Geißel des Arbeitnehmers mit Zeitvertrag ist. Die Frage: „Was soll denn mein Chef denken?“ hat wohl schon Tausende am Sonntagabend mit Bürste und Kernseife ans Waschbecken getrieben. Auch Kundenkontakt verträgt sich in der allgemeinen Wahrnehmung schlecht mit so einer Quittung auf dem Handrücken. Wer mit einem „GEBUCHT“ hinter dem Bankschalter steht, könnte sich den Stempel natürlich auch aus Versehen selbst verpasst haben – wobei man auch das wohl nur schafft, wenn man es am Wochenende zu bunt getrieben hat. Wie man es auch dreht und wendet: Wer einen Partystempel trägt, steht immer unter Suff-Verdacht.

Aufmerksame Amateur-Fußballer achten deshalb übrigens bei der Mannschaftsbegrüßung immer sehr genau auf die Hände ihrer Gegner. Wenn die halbe Truppe Stempel trägt, sollte man spätestens in der zweiten Halbzeit mit langen Bällen operieren. Im Laufduell rächen sich die 15 Bier vom Vorabend erfahrungsgemäß irgendwann.

Wie den Stempel entfernen?

Wie aber geht man nun am besten gegen einen Partystempel vor? Ja, ich weiß, idealerweise lässt man ihn sich in die Handinnenfläche drücken, dort verabschiedet er sich viel schneller. Er färbt allerdings auch viel leichter ab, und wenn man sich wie ich aus Verzweiflung über die schlechte Musik ständig an den Kopf fasst, steht einem das „GEBUCHT“ irgendwann auf der Stirn.

Also: Ich hätte gerne einen Tipp, wie ich den Stempel rasch entfernen kann; am besten hautschonend, meine Pianistenhände sind sehr empfindlich. Und den Veranstaltern vom Büdchenfest empfehle ich für das nächste Jahr eine deutlich schneller verblassende Farbe sowie das Stempeltiere-10er-Set zum Preis von 9,99 Euro. So ein kleines Krokodil auf dem Handrücken lässt sich einfach viel leichter in den Arbeitsalltag integrieren ...