Ein Artikel der Redaktion

Sehr viel Sonne und viel Regen Rückblick: So war das Wetter 2015 in Osnabrück

Von Holger Jansing | 31.12.2015, 09:21 Uhr

Der Blick in die Monatsstatistiken zeigt, dass 2015 in der Region Osnabrück eigentlich ein ganz normales Wetterjahr war. Wäre da nicht der beispiellose „Frühling im Dezember“ gewesen. Außerdem hat überdurchschnittlich viel die Sonne geschienen. Wer könnte da noch meckern?

An der ungewöhnlich milden Witterung der vergangenen Wochen liegt es, dass die Jahresdurchschnittstemperatur in Osnabrück mit 10,4 Grad Celsius doch noch deutlich über den langjährigen Mittelwerten liegt. Für den Vergleichszeitraum 1981 bis 2010 sind 9,8 Grad berechnet, für die Jahre 1961 bis 1990 9,1 Gad. Nach den zu kühlen Monaten September und Oktober war der November 2015 2,9 Grad zu warm. Der Dezember liegt satte sechs Grad über der Norm (voraussichtlich 9,1 Grad statt 3,0 Grad). Eine so extreme Temperaturabweichung hatte es zuvor seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen in Osnabrück nicht gegeben. (Hier geht es zu den Wetteraussichten für die nächsten fünf Tage.) 

Insgesamt sind in der Statistik 33 Frosttage im Winter 2015 erfasst. Die Osnabrücker Tiefsttemperatur wurde in der Nacht zum 7. Februar mit minus 7,2 Grad gemessen. Ende Januar hatte es passend zu den Zeugnisferien einen Wintereinbruch mit ordentlich Schnee gegeben.

An acht Tagen mehr als 30 Grad

Vergleichsweise hoch ist die Anzahl der Tropentage 2015. Achtmal stieg das Thermometer über 30 Grad Celsius im Schatten (einmal im Juni, viermal im Juli und dreimal im August). Die Tageshöchsttemperatur wurde am Nachmittag des 4. Juli mit 36,0 Grad gemessen. Der Temperaturrekord vom 12. August 2003 (37,2 Grad) wurde nicht geknackt. Vor lang anhaltenden Hitzewellen wie in Süddeutschland blieb der Nordwesten verschont. Unterm Strich war das Jahr in Osnabrück zwar zu warm, 2014 war es aber deutlich wärmer und gilt mit einer Durchschnittstemperatur von 11,1 Grad als wärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Bundesweit gesehen wird 2015 wie 2000 und 2007 als zweitwärmstes Jahr seit 1881 verbucht.

 Weiterlesen: 2014 war weltweit wärmstes Jahr seit 1880 

Ende März und am 25. Juli zogen Stürme mit vereinzelten Orkanböen über die Region. Die Schäden hielten sich in Grenzen. Tief Zeljko ging in der Nacht zum 26. Juli schneller die Puste aus als befürchtet. Umgestürzte Bäume verursachten aber auch im Osnabrücker Land Verkehrsbehinderungen.

20 Prozent mehr Sonnenschein

Insgesamt war das zurückliegende Jahr sehr sonnig in der Region Osnabrück. Fast 1850 Stunden hat die Sonne geschienen und damit 20 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Für den Vergleichszeitraum 1981 bis 2010 sind durchschnittlich 1512 Stunden angegeben. In zehn Monaten war die Sonnenscheindauer deutlich höher als normal – zum Beispiel im April 245 statt 164 Stunden und im Juli 252 statt 189 Stunden. Osnabrück hat sich damit einen Platz an der Sonne erkämpft, denn das deutschlandweite Plus beträgt lediglich 13 Prozent.

 Weiterlesen: So war das Wetter 2015 in Deutschland 

Trotzdem hat es 2015 entgegen dem Bundestrend überdurchschnittlich viel geregnet. Die Jahresniederschlagsmenge summiert sich auf gut 950 Millimeter. Das sind knapp zehn Prozent mehr als die durchschnittlichen 861 Millimeter. Besonders regenreich war der August (191,1 statt 88 Millimeter). Vom 15. bis 17. August regnete es fast ununterbrochen, die für den 16. August 2015 registrierte Tagesmenge ( 59, 2 Millimeter) ist die größte des Jahres. Spürbar zu trocken war es lediglich im Februar, Mai und Juni 2015. 2014 hatte es von Januar bis März eine regelrechte Trockenzeit gegeben; und im September 2014 hatte es so gut wie gar nicht geregnet.

 Weiterlesen: Kommt jetzt der Schnee? Das neue Jahr startet kalt