Ein Artikel der Redaktion

Schild und Tuch gegen das Fällen Aktivistinnen wollen Baum am Osnabrücker Neumarkt schützen

Von Sarah Engel | 21.07.2015, 17:03 Uhr

Mit einer Guerilla-Aktion machen drei Studentinnen am Osnabrücker Neumarkt auf einen Baum aufmerksam, der gefällt werden soll. Sie wünschen sich, dass der haushohe Ahorn bleibt.

Die Botschaft an dem alten Baum fällt auf. „Niemand hat die Absicht, einen Baum zu fällen!“ steht in großen Buchstaben auf dem weißen Leinentuch, das unterhalb der Baumkrone hängt. Um den haushohen Ahorn ist zudem ein kleines dreieckiges Schild gespannt. Eine Eule weißt darauf hin, dass es sich hier um ein „Naturdenkmal“ handelt.

Keine Chance für den Baum

Mit der Guerilla-Aktion vor dem Baum an der Neumarktbaustelle wollen drei Studentinnen auf das künftige Schicksal des haushohen Ahorns aufmerksam machen. Er soll im Herbst gefällt werden. Denn die geplante Verlegung von Leitungen im Bereich von Baulos 2 erfordert das Abholzen. „Der Baum hat ja nicht nur in seinem Betonkübel gewurzelt, sondern auch ringsum,“ sagte vor einigen Monaten Projektleiter Lutz Vorreyer auf eine Anfrage unserer Redaktion. Er sah keine Chance, den Baum zu retten.

Natur soll im Stadtbild bleiben

Doch damit wollen sich die drei Damen, die unerkannt bleiben möchten, nicht abfinden. Die Studentinnen der Kunstpädagogik, Erziehungswissenschaften und Soziologie wurden durch das Seminar „Vom Mauerblümchen zum Guerilla Gardening – Künstlerische Interventionen in die urbane Stadtökologie“ auf das Thema aufmerksam. Der Artikel unserer Redaktion zum Schicksal des Baumes ließ sie handeln. „Bäume gehören doch zum Stadtbild“, sagt eine 23-Jährige des Trios. „Der Baum ist einer der wenigen großen Bäume in der Innenstadt. Wir finden es schade, dass er weichen soll.“ Schließlich gebe es in der Stadt so wenig Natur, dass Bürger die wenigen Pflanzen und Bäume schützen sollten.

Erste Aktion scheiterte

Bereits vergangene Woche hatten die drei Studentinnen ein Tuch, ein Schild und kleine Plastiksoldaten um den Baum drapiert. Doch schon am nächsten Morgen hatten Unbekannte ihr Statement gestohlen. Nun hoffen sie, dass ihre neue Guerilla-Aktion länger das Stadtbild prägt und die Bürger zum Nachdenken anregt.