Ein Artikel der Redaktion

Rotziges Raubein Extremliedermacher Götz Widmann im Rosenhof

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 03.02.2017, 10:35 Uhr

Nicht gut besucht war der Rosenhof, als der Mitbegründer der „Liedermaching“-Szene rüpelige Songs von seinem neuen Album „Sittenstrolch“ und diverse andere Antihits vorstellte.

Der Mann ist bei der „Einwanderung für die Frauenquote“ und wünscht sich daher, dass die Bundeswehr eine halbe Millionen „Latinas“ nach Deutschland einfliege, von denen er sich dann gerne antanzen ließe. Götz Widmann heißt der Sänger, der diese Lösung des Flüchtlingsproblems formuliert und man kann es nur als puren Sarkasmus verstehen: „Lalala Latinas“.

Das „Extremliedermaching“ des Rüpelbarden scheint nicht mehr besonders angesagt zu sein. Waren die Lagerhalle oder der Rosenhof in den vergangenen Jahren noch gut gefüllt, so sind jetzt keine 100 Fans in Rosenhof gekommen, um Widmann allein mit seiner Gitarre auf der Bühne zu erleben. Folgerichtig erinnert er sich dann auch an die Zeit, als er mit seinem mittlerweile verstorbenen Partner Martin „Kleinti“ Simon das Duo Joint Venture betrieb und im alten Erdbeerblau auftrat. Danach erreichte er solo mit seinen ungehobelten Songs über die Liebe, über Fußball, Saufen, Umweltverschmutzung und Rassismus ein größeres Publikum. Jetzt muss er seine Fans bitten, näher an die Bühne zu kommen, damit er sich nicht so allein fühlen muss.

Humor spezial

„Sittenstrolch“ heißt das neue Album, von dem er jetzt einige Songs vorstellt. „Burkiniqueen“ heißt eines der verqueren Lieder, die er darauf veröffentlichte. Darin bricht er eine Lanze für verhüllte Frauen am Strand, für die er zum Islam konvertieren würde. Humor spezial.

Als Entdecker, der einst das Duo Simon und Jan in seinem Vorprogramm präsentierte, erweist er sich jetzt allerdings auch wieder. Zwischen seinen Songs bittet er Jakob Heymann auf die Bühne, einen jungen Liedermacher, der mit eher wohlklingender Stimme zur Gitarre satirische Texte zum Besten gibt. Ein schöner Kontrapunkt zu Widmann, dem rotzigen Raubein der Liedermaching-Szene.