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Risiko-Rendite-Ranking 2016 Osnabrück ist ein „Hidden Champion“ bei Bestandsimmobilien

Von Jörg Sanders | 25.06.2016, 09:33 Uhr

Immer mehr Menschen setzen wegen der Zinsflaute auf Betongold. Für Investoren ist das ein lohnendes Geschäft – bei relativ geringem Risiko insbesondere in Bonn, Wolfsburg und

Immobilienpreise schnellen in vielen Städten in die Höhe. Doch wenn es um das Verhältnis von Rendite (= Erfolg einer Kapitalanlage) und Risiko bei Bestandsimmobilien geht, schlägt Osnabrück Städte wie Frankfurt und München. Das berichtet der Immobiliendienstleister Dr. Lübke & Kelber, der 110 Städte verglichen und „Hidden Champions“ definiert hatte.

Osnabrück auf Platz drei

Bei Bestandsimmobilien winkt in Bonn mit 2,79 Prozentpunkten die größte Mehrrendite über der von Dr. Lübke & Kelber kalkulierten Mindestrendite. Das heißt: Dort winkt das meiste Geld unter Berücksichtigung des Standortrisikos. Hinter Bonn liegt Wolfsburg mit 2,78 Prozentpunkten, gefolgt von Osnabrück mit 2,75 Prozentpunkten. „Bonn, Wolfsburg und Osnabrück weisen für Investitionen in wohnwirtschaftliche Bestandsliegenschaften aktuell die attraktivsten Rahmenbedingungen in Deutschland auf“, heißt es von Dr. Lübke & Kelber.

Das bedeutet nicht, dass in diesen drei Städten die höchsten Renditen erzielt werden. In Bonn, Wolfsburg und Osnabrück ist das Verhältnis von Risiko und Rendite aber am geringsten. Bedeutet: In anderen Städten können Investoren zwar höhere Renditen erzielen; sie gehen aber auch ein höheres Risiko ein, etwa bei Vermietungen in strukturschwachen Regionen. Und während die Renditen in Städten wie Bonn etwa sieben Prozentpunkte betragen können, liegt sie in Städten wie München und Frankfurt bei nur drei Prozentpunkten. Bei Neubauten liegen Wolfsburg, Bremen und Mannheim vorn.

Das Vorgehen

Für das Risiko-Rendite-Ranking 2016 untersuchte Dr. Lübke & Kelber 110 Standorte, darunter die Top-7-Städte. Dafür entwickelte der Dienstleister zunächst eine Risikokennziffer und berücksichtigte Daten zur Bevölkerung, ihrer Kaufkraft, Miet- und Kaufpreise sowie die Nachfrage nach Wohnraum. Anschließend ermittelten die Experten eine aus ihrer Sicht zu erzielende Mindestrendite. Je höher das Standortrisiko ist, desto höher sollte den Experten zufolge die Rendite sein. Das geringste Risiko gibt es ihnen zufolge in Frankfurt, München und Ingolstadt. Schlussendlich errechneten die Experten die Differenz zwischen der Mindestrendite und der tatsächlich erzielten Rendite: die Mehrrendite. Und da punkten eben Bonn, Braunschweig und Osnabrück.