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Reservieren, anrufen oder anhalten? Taxi-Tipps für die Silvesternacht in Osnabrück

Von Louisa Riepe | 30.12.2016, 18:51 Uhr

In Osnabrück ein Taxi zu bekommen kann mitunter ganz schön schwer sein – besonders zum Jahreswechsel. Wenn die Raketen verglüht sind und der Sekt getrunken ist, sind einfach zu viele Menschen gleichzeitig unterwegs. Auch mit Vorbestellungen kommt man nicht weit – aber es gibt ein paar Tipps, um trotz der Taxi-Knappheit nach Hause zu kommen.

Die Hand heben und winken – das ist der wichtigste Tipp, um an Silvester ein Taxi zu bekommen. Sagt zumindest Johannes ten Brink vom gleichnamigen Familienunternehmen in Lotte. Denn wer unter der Nummer 913030 anruft, um für die Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar eine Fahrt zu reservieren, wird enttäuscht: „Wir nehmen für Silvester keine Vorbestellungen an“, sagt ten Brink. Der Grund: In der Vergangenheit habe es wegen der Reservierungen zu viele Leerfahrten gegeben. „Die Party ist so schön, ich bleibe noch eine Stunde länger“ oder „Es war so langweilig, wir sind schon früher gefahren“ – diese Ausreden hat ten Brink schon viele Male gehört. Besonders oft an Silvester.

Reservierungen werden nicht angenommen

Deshalb hat er sich entschieden, gar keine Reservierungen mehr anzunehmen. Dasselbe gilt für den Taxi-Ruf 83083. Und auch in der Osnabrücker Taxi-Funk-Zentrale werden Vorbestellungen nur bis 1 Uhr nachts angenommen, sagt Mitarbeiter Ralf Steinfeld. „Kurz nach Mitternacht ist völlige Ruhe. Aber gegen 1 Uhr geht es los, dann wollen alle nach Hause“, weiß er aus fünfjähriger Erfahrung in der Zentrale. Um die Zeit am Telefon noch ein Taxi zugeteilt zu bekommen, sei ein Glücksspiel: „Viele unserer 80 Fahrer nehmen dann nur noch Einsteiger mit.“

Allen Feiernden in der Osnabrücker Innenstadt rät Steinfeld deshalb, ein Taxi auf der Straße anzuhalten. Dabei sollte man sich nicht unbedingt auf die Taxi-Leuchte auf dem Autodach verlassen. Normalerweise signalisiert die Leuchte, dass das Taxi leer ist. Umgekehrt ist das gelbe Schild nicht beleuchtet, wenn im Taxi schon ein Fahrgast sitzt. Trotzdem nehmen manche Fahrer in der Silvesternacht auch zusätzliche Gäste mit, weiß Steinfeld: „Die fahren dann als Sammeltaxi mehrere Gäste in dieselbe Richtung. Deshalb macht es immer Sinn, zu winken.“ Außerdem könne es sich lohnen, die großen Taxi-Haltestellen aufzusuchen. „In der Innenstadt ist das zum Beispiel das Heger Tor. Aber auch dort muss man sicher etwas Geduld mitbringen“, so Steinfeld.

Mini-Cars als Alternative auf Abruf?

Für Fahrer der Mini- und City-Cars kommt das nicht in Frage. Die Mietwagen dürfen weder an den Taxiständen halten, noch Fahrgäste von der Straße mitnehmen. Stattdessen warten sie auf Aufträge aus ihrer Zentrale. Die Nummer 27027 war in den vergangenen Jahren an Silvester häufig die einzige, die noch Anfragen annehmen konnte, so ein Disponent: „Die anderen Fahrer machen schließlich irgendwann ihre Funkempfänger aus und nehmen nur noch Anhalter mit.“ Wer 20-30 Minuten Wartezeit mitbringe, könne bei Mini-Car dagegen eigentlich immer ein Wagen bekommen.

Länger als 30 Minuten will auch Johannes ten Brink seine Fahrgäste nicht warten lassen. „Wenn keins meiner sieben Autos in der Nähe ist, sage ich ab“, so der erfahrene Unternehmenschef. Das ist einerseits fair gegenüber dem Kunden, andererseits kann ten Brink so sicher sein, dass der Anrufer auch wirklich wartet. Ausnahmen macht er nur für Stammgäste. Und wenn jemand Hilfe braucht. So wie in dieser Silvesternacht vor fast 20 Jahren.

Taxi-Hilfe für gestrandete Gütersloherin

Damals sammelte er am Rosenplatz eine Frau aus Gütersloh ein und brachte sie nach Hause. „Die anderen Fahrer wollten sie alle nicht mitnehmen, weil sie kein Bargeld, sondern nur Euroschecks dabei hatte“, erinnert sich ten Brink, „dabei war es minus vier Grad kalt und die Dame hatte nur ein dünnes Kleid an.“ Zurück in Gütersloh konnte die Unglückliche ihre Taxirechnung in Höhe von immerhin 250 Mark dann doch in Bar bezahlen. Für den Taxifahrer war es damit ein gelungener Jahreswechsel: „Ich habe dann noch einen Kaffee getrunken und um fünf Uhr morgens Feierabend gemacht.“