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Reparatur nach Pfusch am Bau Betonsteinpflaster macht die Arndtstraße fahrradfreundlich

Von Rainer Lahmann-Lammert | 22.02.2017, 18:09 Uhr

Die verkehrsberuhigte Arndtstraße bekommt einen fahrradfreundlichen Belag. Ein graues Betonsteinpflaster anstelle der groben Natursteine sorgt dafür, dass Räder vergleichsweise erschütterungsfrei über die Fahrbahn rollen können.

Pfusch am Bau war der eigentliche Grund für die Erneuerung der Fahrbahn in der Arndtstraße und der Alten Synagogenstraße. 2001 und 2002 hatte die Stadt das Natursteinpflaster in den beiden Straßen verlegen lassen. Dabei wurde der Unterbau falsch ausgeführt. Ein Gutachten weist aus, dass die Bettungsschicht zu dünn und zudem aus dem falschen Material hergestellt wurde. 

Erst im strengen Winter 2010 zeigten sich jedoch die Schäden in Form tiefer Spurrillen und Verdrückungen, doch da war die Gewährleistungsfrist schon abgelaufen.

Teurer als 2013

Die Stadt versuchte zwar, die Baufirma haftbar zu machen, konnte sich damit vor dem Landgericht aber nicht durchsetzen. Weil im städtischen Haushalt kein Geld bereitstand, wurde die Fahrbahn nur provisorisch mit Asphaltbahnen geflickt und die Reparatur immer weiter hinausgezögert. Mit dem Ergebnis, dass die Kosten von 90000 Euro (Schätzung 2013) inzwischen auf 250000 Euro angestiegen sind.

Schon Ende 2016 wurde vor dem Emma-Theater mit den Arbeiten begonnen. Wegen der Minustemperaturen mussten die Tiefbauer aber eine Pause einlegen. Wenn es keine weiteren Verzögerungen gibt, soll Ende März alles fertig sein.

Die Radler können sich nun freuen, dass sie auf dem Abschnitt zwischen der Lotter Straße und der Katharinenstraße nicht mehr über das Hoppelpflaster fahren müssen. Schon zu Beginn des Jahrhunderts hatte es viele Diskussionen über den richtigen Straßenbelag gegeben. Damals sprach sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) für ein möglichst ebenes Pflaster aus Betonstein aus. Aber der Bürgerverein Katharinenviertel setzte sich mit seiner Forderung durch, das historische Pflaster wiederzuverwenden.

Radler auf dem Klinker-Streifen

In der Folge wurden alle Seitenstraßen in der verkehrsberuhigten Zone mit dem holprigen Naturstein gepflastert. Seitdem benutzen viele Radler lieber die ebenen Klinker-Seitenstreifen. Das ist zwar erlaubt, so lange sie Schrittgeschwindigkeit fahren. Aber es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn Fußgänger aus Hauseingängen kommen.

Ist die Arndtstraße mit ihrem fahrradfreundlichen Pflaster vielleicht ein Modell für die Parallelstraßen im Katharinenviertel? Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau schließt das nicht aus, sieht aber derzeit keinen Bedarf für weitere Umbauten. Die Arndtstraße werde von vielen Radfahrern benutzt. Das könne man von den anderen Verbindungen, etwa der Herderstraße nicht sagen, meint der Fachdienstleiter.