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Remarque-Friedenspreis Energischer Adonis in Osnabrück

Von Elke Schröder | 18.02.2016, 19:05 Uhr

Der syrisch-libanesische Dichter und Essayist Adonis, der am Freitag, 19. Februar, den Remarque-Friedenspreis erhält, hat seinen ersten Auftritt in Osnabrück für einen Aufruf an seine Kritiker genutzt.

Adonis, der seit 1985 in Paris im Exil lebt, wird von der Remarque-Jury für sein Eintreten für eine Trennung von Staat und Religion sowie für die Gleichberechtigung der Frauen in der arabischen Welt, gewürdigt. Syrische Oppositionelle, Menschenrechtler und der Zentralrat der Muslime hielten Adonis für die falsche Wahl. Ihr Hauptvorwurf: Der 86-jährige Adonis habe sich im aktuellen Syrienkonflikt nicht deutlich genug vom Assad-Regime distanziert. (Weiterlesen: Alle Remarque-Friedenspreisträger auf einen Blick) 

In Osnabrück setzte er sich noch einmal vehement zur Wehr: „Ich habe in einem Brief den syrischen Machthaber aufgefordert, die Macht abzugeben. Was soll ich noch mehr tun?“, fragte er am Donnerstag vor Journalisten in Osnabrück. Er habe sein ganzes Leben gegen die Diktatur gekämpft. Zudem spricht er „eine Einladung“ an seine Kritiker aus, eine Erklärung für eine laizistische Gesellschaft, die Trennung von Staat und Religion, in der Gleichberechtigung der Frau garantiert werde zu verfassen. Er würde sie sofort unterschreiben. (Weiterlesen: Das sind die Vorwürfe gegen Adonis - und so wehrt er sich).