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Reihe „NOZ Wissensimpulse“ Alles über Pfeifen, Psychopathen und Performer

Von Claudia Sarrazin | 29.09.2017, 20:12 Uhr

In der Reihe „NOZ Wissensimpulse“ begeisterte Suzanne Grieger-Langer jetzt mit ihrem Vortrag „Persönlichkeit 007 statt 08/15“. Sie erklärte, wie man bestimmte unangenehme Menschentypen erkennt und mit ihnen umgeht.

Die Psychologin, Psychotherapeutin und Profilerin mit der markanten Frisur versprach ihrem Publikum: „Ich erklärte Ihnen die Logik, mit der miese Menschen Sie über den Tisch ziehen.“ In Bezug auf das englische Sprichwort „Oben schwimmt nur Rahm oder Abschaum“ erklärte sie: „Vom Abschaum gibt es zwei Gruppen: die Pfeifen und die Psychopathen. Beide sind Meister im Betrügen und Blenden.“

Anders als die Angehörigen dieser beiden Spezies wollten Leistungsträger, von Grieger-Langer „Performer“ genannt, die Dinge nach vorne bringen. Sie seien vergleichbar mit der mythologischen Figur Atlas, der die ganze Last auf seinen Schultern trägt. Besagte Pfeifen und Psychopathen hingegen würde die Last „döppen“, was im Ruhrgebietslang so viel wie „herunterdrücken“ bedeutet.

„Mentale Couch Potatoes“

Wer aber sind die Pfeifen? Für Grieger-Langer sind es Personen, die eine fatale Kombination aus Geltungsdrang, Selbstüberschätzung und geringem Einsatzwillen miteinander verbinden. Pfeifen seien oft von Beruf Sohn oder Tochter. „Das sind mentale Couch Potatoes“, so Grieger-Langer, sie stünden „fröhlich im Weg“ und würden „am meisten helfen, wenn sie bei der Konkurrenz arbeiten würden“. Von der Kritik eines Chefs hörten Pfeifen nur die einleitenden lobenden Worte zu Beginn und den versöhnlichen Schluss. Die Kritik dazwischen komme gar nicht bei ihnen an. Denn eines beherrschten die Pfeifen besonders gut: die Kunst, recht zu behalten, ohne recht zu haben. „Wenn sie in der Sache nicht mithalten können, tauchen sie unter der Gürtellinie ab und attackieren persönlich“, so die Profilerin.

Grieger-Langers Vortrag lebte von ihrer sehr direkten, bildhaften Sprache, die oft für Lacher sorgte, zum Beispiel, als sie die Psychopathen erklärte: „Die sind wie Montagsautos. Die haben keine schlimmen Dinge in der Kindheit erlebt, die sind einfach falsch verdrahtet.“

Aus medizinischer Sicht kämen diese Menschen ohne Gefühle auf die Welt, aber sie könnten Gefühle anderer sehr gut lesen und gut schauspielern. Die Folge: Sie manipulierten und nutzten andere für ihre eigenen Ziele.

„Persönlichkeit 007“

Um sich im Job gegen Pfeifen und Psychopathen wehren zu können, empfahl Grieger-Langer, sich zur „Persönlichkeit 007“ zu entwickeln. Dazu gehört nach ihrer Lesart unter anderem eine gute und durchdachte Orientierung in Bezug auf den Sinn des eigenen Lebens, außerdem das bewusste Treffen grundsätzlicher Entscheidungen, Disziplin, Achtsamkeit im Sinne von Eigenverantwortung und eine persönliche Note, also Individualität.

„Ich hoffe, ich habe Sie auf Krawall gebürstet und für miese Menschen verdorben“, sagte die Profilerin am Ende ihres Vortrags.