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Ratssitzung fällt aus Bau des Osnabrücker Einkaufscenters verzögert sich

Von Wilfried Hinrichs | 12.06.2014, 09:33 Uhr

Der Bau des Einkaufszentrums am Osnabrücker Neumarkt wird voraussichtlich erst Ende des Jahres beginnen. Beim Investor mfi fehlen noch wichtige Gremienbeschlüsse über den Durchführungsvertrag mit der Stadt.

Alles hängt am Durchführungsvertrag zwischen der Stadt und dem Investor mfi. Die große Ratsmehrheit aus SPD, Grünen, Linken, FDP, UWG und Piraten hat den Vertrag abgesegnet. Was noch fehlt, sind die Unterschriften des Investors. Der deutsche Vorstand beim Investor mfi hat nach Angaben von Projektentwickler Nils Perpeet bereits zugestimmt. Der Hauptgesellschafter, das französische Immobilien- und Investmentunternehmen Unibail-Rodamco , muss noch seinen Segen geben – doch das gestaltet sich offenbar schwierig.

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Inhaltlich gebe es keine Probleme, versichert Perpeet, es seien vor allem Terminprobleme für die Verzögerungen verantwortlich. In dem börsenorientierten Unternehmen gebe es klare Regeln, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Besetzung ein Beschluss von dieser Tragweite zu fassen ist, erklärte Perpeet. Es müssten nicht nur die Details von Mieten und Baukosten analysiert, sondern auch die Termine der Vorstandsmitglieder koordiniert werden. „Den Aufwand haben wir etwas unterschätzt“, räumte Perpeet ein.

Deshalb wird jetzt erneut der Ratsbeschluss über den Bau des Einkaufszentrums am Neumarkt verschoben. Die für Dienstag geplante Sitzung fällt aus. Ursprünglich sollte der Rat schon im März final beraten, dann wurde der Tagesordnungspunkt auf den Mai, dann auf den Juni und jetzt auf den Juli verschoben. Perpeet: „Wir sind guter Dinge, dass es im Juli endlich klappt.“ Gegen Ende des Jahres könnten dann die Abrissarbeiten, Leitungsverlegungen und die archäologischen Untersuchungen beginnen.

Der Durchführungsvertrag zwischen Stadt und mfi enthält unter anderem Bestimmungen über die äußere Gestaltung des Centers, den Branchenmix und die Neuvermietungsquote. Die Stadt hatte darauf gedrängt, eine hohe Quote an Neuvermietungen festzulegen, um mit dem Center möglichst viele neue Anbieter nach Osnabrück zu holen. 50 Prozent der Flächen oder 50 Prozent der Geschäfte müssen in dem künftigen Center an Betreiber vermietet werden, die bisher in der Innenstadt nicht vertreten sind, im Einkaufszentrum neben ihrem City-Standort einen zweiten Laden eröffnen wollen oder bei einem Wechsel aus der City ins Center einen gleichwertigen Nachmieter präsentieren. Der Vertrag schreibt außerdem vor, dass mfi das Center fünf Jahre nicht auf die geplante Größe von 21500 Quadratmetern erweitern darf – es sei denn, es ergeben sich Erweiterungsmöglichkeiten, die einen besseren Anschluss an die Johannisstraße bieten.

Der Investor tat sich vor allem mit der Neuvermietungsquote schwer. Eine Regelung dieser Qualität sei bundesweit einmalig, heißt es in der Branche. mfi will das nicht zum Muster für andere Städte machen.