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Punkrockparty im Rosenhof Donots feiern Jahres-Abschluss-Konzert in Osnabrück

Von Tom Bullmann | 28.12.2015, 18:18 Uhr

Die Donots aus Ibbenbüren halten an der Tradition fest: Am Ende des Jahres feiern sie ihr JAK, ihr „Jahres-Abschluss-Konzert“. Auch diesmal mussten zwei Termine im Rosenhof anberaumt werden, um dem Publikumsandrang gerecht zu werden: Beide Konzerte meldeten schon bald nach Vorverkaufsstart „Ausverkauft“.

Schweißtreibend gestaltet sich das „Fest“, wie Frontmann Ingo Knollmann die rauschende Punkrockparty bezeichnet, die von der Hamburger Band Montreal mit Pogo-Allüre eröffnet wird. Aufgrund der frühlingshaften Temperaturen draußen trieft es auf und vor der Bühne schon bald aus allen Poren. Erstmals sind die Donots aus „Rockcity Ibbenbüren“ mit ihrem im Februar 2015 erschienenen, neuerdings deutschsprachigen Album „Karacho“ im Gepäck nach Osnabrück gereist. Und erstmals spielen Ingo, sein Bruder Guido und ihre rockenden Kumpanen das gesamte Werk in einem durch - in der Original-Reihenfolge. Daher bekommen die Zuschauer beispielsweise den Song „Besser als das“ als Weltpremiere zu hören: „Das Stück haben wir noch nie live gespielt“, verkündet Ingo. Vermutlich war es ob seiner Sperrigkeit nie auf einer Setlist gelandet. Dafür wird „Westerland“ von den Ärzten zitiert und das Lied „Hansaring“, damit ist die „schönste Straße in Münster“, der Wahlheimat der Musiker, gemeint, präsentiert die Gruppe komplett unplugged inmitten ihrer Fans.

Alle anderen, überwiegend punkinfizierten Rocksongs von „Karacho“ spielen die Donots mit der ihr eigenen Energie. Dabei fällt auf, dass die deutschen Texte viel eindeutiger, politischer, wilder rüberkommen als die englischen, die die Donots bis vor zwei Jahren produzierten. Aber die kommen beim JAK auch nicht zu kurz, denn nach „Karacho“ ist das Konzert noch lange nicht vorbei: Mit „Dead Man Walking“ wird die zweite Runde eingeläutet. Den Song vom 2010er Album „The Long Way Home“ nimmt die Truppe zum Anlass, Gitarrist Alex Siedenbiedel als frisch gebackenen „Papa“ zu feiern: Vor nur wenigen Tagen bekam seine Frau ein Kind, also wird der Songtitel auf seinem T-Shirt kurzerhand zu „Dad Man Walking“ abgeklebt.

Erschöpftes Publikum

Bisweilen überlässt Ingo das Mikrofon seinem Bruder Guido mit seiner rauen Punkstimme, derweil ein sechster Musiker die Songs im Hintergrund mal mit akustischer Gitarre, mal Keyboard auffrischt. Der Hit „Stop The Clocks“ erscheint im Vergleich zum rotzigen Punkrock der meisten Songs geradezu poppig. Bald werden die für die Band typischen Stadion-reifen Refrains immer lauthalsiger mitgesungen, es wird gesprungen und auf der Crowd gesurft. Als mit „Saccharine Smile“ der letzte Song zu Ende geht, ist das Publikum vor Erschöpfung kaum noch in der Lage, Zugaben zu fordern.

Dennoch erscheinen die Donots wieder im Scheinwerferlicht: „Vielleicht habt ihr ja noch ein wenig Geld für die Kampagne „Kein Bock auf Nazis“ übrig“, startet Ingo unter dem Applaus der Fans einen Spendenaufruf. Schließlich setzt es noch einige Hymnen zum Mitsingen, bevor der akustisch gespielte Donots-Klasssiker „Goodbye Routine“ nach fast zweieinhalb Stunden energetischer Livemusik einen stimmungsvollen Abschied beschert. Das kultige „Kniffelturnier“ wird als absoluter Rausschmeißer von Konserve eingespielt, derweil die Fans sich entkräftet und schweißnass nach draußen schleppen. Ein gelungenes JAK.