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Prunkstück des Barock Ausflugstipp: Schloss Clemenswerth in Sögel

Von Thomas Wübker | 28.07.2014, 16:30 Uhr

Clemens August Ferdinand Maria Hyazinth von Bayern (1700 bis 1761) galt als einer der wichtigsten geistlichen Reichsfürsten seiner Zeit. Er war zudem ein umtriebiger Bauherr. Auf seine Anordnung ließ er im Hümmling ein Jagdschloss errichten: das Schloss Clemenswerth. Heute ist es das Ziel zahlreicher Besucher, die dort an kulturellen Veranstaltungen teilnehmen oder auch heiraten.

Die sternenförmig um das eigentliche Schloss gebauten Pavillons demonstrieren die Macht von Clemens August. Sie tragen die Namen des Kurfürsten, seiner Bistümer Köln, Münster, Paderborn, Hildesheim, Osnabrück und des Deutschordenssitzes Mergentheim. Währe er nur Fürstbischof von Osnabrück gewesen, so wäre die Schlossanlage auf dem Hümmling nicht so prachtvoll ausgefallen. Dieser Bau ist die einzige noch erhaltene Alleesternanlage weltweit.

Clemens August gab hochrangigen Künstlern in seinen Bauwerken immer wieder Arbeit. Auch heute werden die Künste im Schloss Clemenswerth hoch geschätzt. Im Forum-Form-Clemenswerth ist noch bis zum 24. August Malerei von Mirko Schallenberg zu sehen. Am 30. August wird dort die Ausstellung „Rokokorelevanz“ eröffnet, ein Forschungsprojekt an der Technischen Universität Kaiserslautern, das sich seit 2000 mit den Parallelen zwischen der heutigen Gestaltung und der des 18. Jahrhunderts beschäftigt. Am 9. und 10. August bildet das Schloss Clemenswerth die barocke Kulisse für „ParkArt“. Zwei Tage lang zeigen 100 Ausstellende in den alten Gemäuern ihre Werke.

Auf dem zentralen Schlossplatz, im Klostergarten und in den Alleen des barocken Jagdsterns zeigen am 23. August international bekannte Künstler ein hochklassiges und abwechslungsreiches Programm aus Theater, Comedy, Musik, Akrobatik, Entertainment und Pantomime.

Auch Musik erklingt bisweilen im Schloss Clemenswerth. So gibt am 12. Oktober das Ensemble Il mare temestoso ein Konzert mit klassischen barocken Werken.

Das Bauwerk kann natürlich auch besichtigt werden. In den Führungen für Erwachsene werden unter anderem Themen wie Hygiene und Körperpflege im Barock angesprochen, für Familien stehen Bollerwagen zum Erkunden der Schlossanlage parat. Kinder können sich zudem bei einigen Angeboten des museumspädagogischen Diensts aktiv betätigen.