Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Prozess wegen Erpressung Erpressung wegen Homosexualität: Hört das denn nie auf?

Meinung – Dietmar Kröger | 24.07.2014, 13:04 Uhr

Zwei ehemalige Osnabrücker erpressen einen schwulen Arzt, indem sie ihm mit einem erzwungenen Coming-Out drohen. Der Fall zeigt: Noch längst wird Homosexualität in unserer Gesellschaft nicht von allen akzeptiert.

Das Urteil in diesem Fall der Erpressung eines homosexuellen Arztes muss nicht diskutiert werden. Viel entscheidender ist, das auch heute noch ein Mensch mit homosexuellen Neigungen erpressbar ist. Das ist schlimm. Warum muss ein Arzt Angst vor seinem Arbeitgeber haben? Weil er sich zu Männern hingezogen fühlt?

Rein formal hat sich in unserem Land schon einiges getan. Es gibt die gleichgeschlechtliche Ehe, das Adoptionsrecht steht mittlerweile auch auf dem Prüfstand – nur in den Köpfen scheint sich wenig zu ändern.

Mit den Erpressern stand die noch immer doppelte Moral unserer Gesellschaft vor Gericht, die eine solche Erpressung erst möglich macht. Da fragen sich Homosexuelle zu Recht: „Hört das denn nie auf?“