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Protest gegen Schließungspläne der Uni „Kunstgeschichte bleibt“: Schmiererei am Osnabrücker Schloss

Von Sebastian Stricker | 10.01.2017, 19:05 Uhr

Vandalen haben das Osnabrücker Schloss mit einem Schriftzug beschmiert und so ihre Missbilligung der geplanten Schließung des Kunsthistorischen Instituts der Universität zum Ausdruck gebracht. Unterdessen richtete der deutsche Mediävistenverband eine Protestnote an den Präsidenten.

„Kunstgeschichte bleibt“ prangt in schwarzen Großbuchstaben am Ostflügel des herrschaftlichen, denkmalgeschützten Universitätssitzes. Die Schmiererei befinde sich mutmaßlich seit Anfang der Woche dort, sagte Unisprecher Utz Lederbogen am Dienstag auf Nachfrage unserer Redaktion. Weitere Auskünfte dazu seien derzeit nicht möglich. So bleibt zunächst offen, ob die Urheber dieser Sachbeschädigung etwa mit einer Strafanzeige durch die Universität rechnen müssen. Entfernt werden soll der Schriftzug jedenfalls nicht. „Wir lassen ihn vorerst stehen und sehen ihn als freie Meinungsäußerung, die allerdings besser auf andere Weise erfolgt wäre.“ (Weiterlesen: Osnabrücker Kunstgeschichte-Institut attackiert Uni-Präsident) 

Unabhängig von solchen Vergehen reißt die sachlich-fachliche Kritik an der geplanten Schließung des Instituts für Kunstgeschichte nicht ab. In einem Brief an den Präsidenten der Uni Osnabrück spricht sich nun auch der Präsident des Mediävistenverbandes für den Erhalt der Einrichtung aus. „Die Universität würde sich ohne Not eines erfolgreichen, weit überregional profilierten Bereichs ihrer Arbeit entledigen“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. Der Mediävistenverband vertritt 1200 Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen der Mittelalterforschung. (Weiterlesen: Wissenschaftler kämpfen für Kunstgeschichte in Osnabrück)