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Projekt des Instituts für Musik „diversity days“ mit vielfältiger Tanzkunst

Von Uta Biestmann-Kotte | 16.03.2014, 19:53 Uhr

Die „diversity days“ – sinngemäß bedeutet das „Vielfältigkeitstage“: Vielfalt, Inklusion und Tanzkunst standen im Zentrum der gleichnamigen neuen Veranstaltung, die von Tamara McCall von der Hochschule Osnabrück organisiert wurde. Künstlerischer Höhepunkt: der Tanzperformance-Abend.

Von Freitag bis Sonntag hatten Menschen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit, in der ehemaligen Kaserne Am Limberg an Tanzworkshops und Gesprächsforen teilzunehmen.

Als Projekt des Instituts für Musik der Hochschule Osnabrück wurden die ersten Osnabrücker „diversity days“ von Tamara McCall vom Institut für Musik organisiert und finanziell durch die Fördergesellschaft der Hochschule sowie vom Rotary Club Osnabrück-Süd unterstützt. Ein Tanzperformance-Abend mit Gruppen aus Deutschland und Spanien bildete am Samstag den künstlerischen Höhepunkt.

Zwei Männer laufen im Kreis, kommen sich gegenseitig in die Quere und scheinen in ihren eigenen Welten zu tanzen. Am Ende der Tanzperformance „Nada me dice Nada“ passen sie ihre Bewegungen einander an und nehmen sich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Arm. Ein Bravourstück in Sachen tänzerische Brillanz und inklusives Zusammenspiel, das die Tänzer Antonio Quiles und Daniel Parejo vom „Danza Mobile“ in Sevilla da boten. Poetisch begleitet wurde die Darbietung vom Osnabrücker Schauspieler Manfred Stücklschwaiger.

Als Choreografin entwickelte Tamara McCall zusammen mit Dörte Steindorff-Schulte den tänzerischen Auftakt des Abends. Ausgehend von Hermann Hesses Gedicht „Kennst du das auch?“, setzte sich das Tanztheater „eigenart“ der Hochschule Osnabrück dabei in kurzen Szenen mit Themen wie Ausgrenzung oder Parallelwelt auseinander. Rollstuhltänzerin Melanie Bieler bemühte sich etwa als Kellnerin um die Aufmerksamkeit einer elitären Kundschaft an Stehtischen, während die Tänzerinnen Sara Devi Bültemeier und Carolin Nowak ein höchst elegantes Bild boten und ein großer Tisch zur finalen Aufbrechung von Isolation stand.

Rund 120 Zuschauer zeigten sich von den Darbietungen der Tanzensembles begeistert, die auch zwischenmenschliche Problemfelder behandelten. So zeigten Bernhard Richarz und Alessandra Lola Agostini von der Berliner Initiative „tanzfähig“ mit „Als der Flieder blühte,..“, wie sich Empfindungen zueinander ändern können. In „Rosa sieht Rot“ lieferten sich Neele Buchholz und Corinna Mindt vom Bremer Künstler-Kollektiv „tanzbar_bremen“ im Habitus zweier mondäner Ladys einen perfekt durchchoreografierten Zickenkrieg rund um ihre pinkfarbenen Rollkoffer. Behinderung und Nichtbehinderung standen da nicht mehr zur Debatte.