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Prioritätenliste der Verwaltung Wo Osnabrücks Verwaltung Handlungsbedarf für Radfahrer sieht

Von Jörg Sanders | 09.05.2017, 07:23 Uhr

Am Donnerstag entscheidet der Stadtentwicklungsausschuss über Maßnahmen für Radfahrer, die der Verwaltung zufolge als besonders wichtig gelten. 350.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Ein Überblick.

Umgestaltung Knotenpunkte: Die als Todeskreuzung bekannte Ecke Johannistorwall und Kommenderiestraße hatte nach mehreren tödlichen Unfällen mit Radfahrern durch abbiegende Lkw eigentlich schon im vergangenen Sommer umfangreich umgebaut werden sollen. Da die Kosten wesentlich höher gewesen wären als vermutet, baute die Stadt sie bislang nur provisorisch aus und trennte die beiden Spuren in Richtung Hauptbahnhof in Rechtsabbieger und Geradeausfahrer. Die Umgestaltung der Kreuzung soll noch erfolgen. Geschätzte Kosten: 100.000 Euro.

An weiteren Knotenpunkten am Wallring will die Stadt die Haltelinie der Autos um fünf Meter zurücksetzen. So haben Autofahrer die an der Ampel wartenden Radfahrer vor sich im Blick. Die Planungen für 13 Punkte sind abgeschlossen.

Ferner erachtet die Verwaltung die Begradigung der Radwegführung in der Einmündung an der Straße Zum Flugplatz als wichtig (15.000 Euro).

Sanierung: Für die Sanierung einiger Radwege sind 110.000 Euro kalkuliert. Dazu zählt der Hochbordradweg an der Rehmstraße im Bereich der Sandstraße, der sich in schlechtem Zustand befindet (15.000 Euro). Im Bereich des Haster Wegs und der Haneschstraße sollen die Hochbordradwege aufgrund des teilweise schlechten Zustands saniert werden (20.000 Euro). Der Radweg an der Gustav-Tweer-Straße ist stadtauswärts in schlechtem Zustand. Auch er soll saniert werden (25.000 Euro), nachdem der Radweg stadteinwärts bereits 2016 erneuert worden war. Erneuert werden soll auch der Geh- und Radweg an der Belmer Straße im Bereich der Straße Zum Mühlenbach (20.000 Euro). Der Rad- und Gehweg an der Oldenburger Landstraße soll stadtauswärts ab der Straße Auf dem Klee bis zur Stadtgrenze saniert werden, wenn die Stadtwerke dort ohnehin eine Wasserleitung verlegen. (30.000 Euro).

Weiteres: Die Planung für den Radschnellweg zwischen Osnabrück und Belm kommt voran und soll dem Stadtentwicklungsausschuss am 8. Juni vorgestellt werden. Der Bau des ersten Abschnitts von der Liebigstraße über die Schlachthofstraße bis Am Bahndamm soll 2018 starten. Der Bund übernimmt mit einem Förderprojekt 90 Prozent der Baukosten. Die Planer kalkulieren 2 bis 2,5 Millionen Euro für den Radschnellweg von der Liebigstraße bis ins Belmer Zentrum. 1,7 Millionen Euro erhält die Stadt vom Bund aus dem Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“. Das meiste Geld soll in den Radschnellweg fließen.

Mietgaragen für Räder

Ebenfalls zu 90 Prozent finanziert der Bund Fahrradabstellanlagen als Teil des Förderprojekts „Stärkung des Radverkehrs im Quartiersanierungsgebiet Gartlage-Süd“. In dem Stadtteil sollen der Beschlussvorlage zufolge Fahrradbügel und überdachte, abschließbare Fahrradhäuschen zum Mieten installiert werden.

Radparken: Zum Konzept „Radparken City“ der Stadt gehört das Aufstellen von Fahrradbügeln. Die Umsetzung des Konzeptes gestaltet sich wegen der aufwendigen Abstimmung mit Anwohnern schwierig. Zeitnah sollen weitere Bügel im Bereich der Georgstraße/Öwer de Hase folgen sowie nach Bedarf in Wohngebieten.

Jeder Dritte soll aufs Rad

Im vergangenen September hatte der Stadtentwicklungsausschuss den Radverkehrsplan 2030 einstimmig beschlossen. Er sieht vor, bis 2030 jeden dritten Verkehrsteilnehmer aufs Rad zu kriegen. Die Verwaltung war beauftragt worden, Vorschläge zu machen, welche weiteren wichtigen Schritte bei der Umsetzung Priorität haben sollten. Der Radverkehrsplan selbst samt Maßnahmenvorschlägen und Priorisierung soll in der Ausschusssitzung am 8. Juni eingebracht werden.

Für die geplanten Maßnahmen plant die Verwaltung 350.000 Euro ein, die im laufenden Haushalt vorgesehen sind. Am Donnerstag stimmt der Stadtentwicklungsausschuss über die vorgeschlagenen Maßnahmen der Verwaltung ab.

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