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Polizeistatistik 2015 27 Straftaten gegen das Leben in der Region Osnabrück

Von Sebastian Philipp, Sebastian Philipp | 25.02.2016, 10:24 Uhr

Die Polizeiinspektion Osnabrück hat in Stadt und Landkreis im vergangenen Jahr 27 sogenannte „Straftaten gegen das Leben“ gezählt – also tatsächliche oder versuchte Tötungsdelikte. Die gute Nachricht: Die Aufklärungsquote liegt bei 100 Prozent.

Das ist eines von vielen Ergebnissen, die aus der kürzlich vorgestellten Kriminalitätsstatistik der Polizeiinspektion Osnabrück hervorgehen. Damit gab es in 2015 einen Fall weniger als im Vorjahr, als 28 Delikte dieser Art erfasst wurden. 2013 hatte es nur 20 Fälle in Stadt und Landkreis Osnabrück gegeben, das „Normalmaß“ pro Jahr beziffert die Inspektion auf 25 Fälle. Somit liegt das Jahr 2015 leicht über dem Durchschnitt.

Weniger fahrlässige Tötungen

Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass alle Fallgruppen aus diesem Bereich etwa auf dem Vorjahresniveau geblieben sind. Einzig die Fälle der fahrlässigen Tötungen sanken von 10 auf 5. Dagegen stiegen die Hinweise auf strafbare Schwangerschaftsabbrüche von 1 auf 4 Fälle.

Mehr als die Hälfte sind Versuchsstraftaten

Mehr als die Hälfte der Delikte sind nach Angaben der Polizeiinspektion Versuchsstraftaten. Die Täter haben zudem in der Region schlechte Karten: Die Aufklärungsquote bei den Straftaten gegen das Leben stieg von 92 Prozent im Vorjahr auf 100 Prozent.

Schüsse in Belm

Zu den aufsehenerregenden Fällen des Deliktbereiches gehört der Schusswaffengebrauch eines 38- jährigen Belmers im

August 2015, der bei einer Auseinandersetzung unter Hausbewohnern mehrere Mitbewohner verletzte.

Ehemaligen Mitarbeiter angeschossen

Für medialen Widerhall sorgte zudem der Fall eines 35-jährigen Gewerbetreibenden aus Hamburg, der einen ehemaligen Mitarbeiter in Osnabrück ins Bein geschossen hatte. Der Grund: Der 41-Jährige hatte gekündigt, doch ohne sein Fachwissen als Stahlflechter geriet das Unternehmen aus der Betonbau-Branche in Schieflage. Der frühere Angestellte erlitt bei der Auseinandersetzung zwei Schüsse in den Oberschenkel und einen in die Hand, sowie weitere Verletzungen durch ein sich anschließendes Handgemenge. Der Täter wurde mittlerweile vom Landgericht Osnabrück verurteilt.

Oft ist Alkohol im Spiel

Bei den übrigen (versuchten) Tötungsdelikten handelt es sich nach Angaben der Polizeiinspektion zum Großteil um Beziehungstaten, bei denen Streitigkeiten vorausgegangen sind und bei denen die Alkoholisierung der Täter eine Rolle gespielt hat – so wie es bei zwei Taten eines Mannes in Osnabrück war, der sich aktuell vor dem Landgericht Osnabrück wegen versuchten Mordes verantworten muss.

Ein weiterer nicht unerheblicher Anteil bezieht sich auf die Anzeigen von Angehörigen gegen Behandlungspersonal, die bei der Behandlung oder Pflege nunmehr Verstorbener Fehler vermuten.