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Polizeikontrollen an der Baustelle Osnabrück: Ortsfremde hadern mit Neumarkt-Sperrung

Von Markus Pöhlking | 07.07.2014, 17:24 Uhr

Seit fünf Wochen ist der Neumarkt in Osnabrück für den normalen Durchgangsverkehr gesperrt. Darauf weisen große Hinweisschilder hin, deren Botschaft aber nicht von jedem beachtet wird. Eine Stippvisite mit der Polizei.

Seit Beginn der Sperrung kontrolliert die Polizei stetig die Einhaltung des Fahrverbots, regelmäßig werden dabei Autofahrer verwarnt. Ziemlich ruhig blieb die Situation bei einer Verkehrskontrolle am Montagmorgen: Vergleichsweise wenige, überwiegend auswärtige, Fahrer missachteten die derzeitige Regelung. Glück im Unglück hatte der Tross eines finnischen Radsportteams.

Zwischen 7 und 9 Uhr – also während der Stoßzeit – wurden 17 Verwarnungsgelder in Höhe von jeweils 20 Euro verhängt. „Das ist insgesamt wenig“, sagt Hans Schmutte von der Polizei Osnabrück. Einen positiven Trend will er aus dem niedrigen Wert aber nicht ableiten. Denn es geht auch umgekehrt. „Zuletzt haben wir hier am Freitag zu einer verkehrsarmen Zeit kontrolliert und 23 Fahrzeuge erwischt.“Präsenz zeigenGemeinsam mit zwei Kollegen prüfte Schmutte am Morgen die Kreuzung am Ledenhof. Nur alle paar Minuten eine unberechtigte Durchfahrt — für die drei Polizisten war das Aufkommen problemlos zu bewältigen. Man sei bemüht, einmal täglich einige Stunden am Neumarkt Präsenz zu zeigen , um das Fahrverbot zu überwachen, erklärt Polizeisprecher Frank Oevermann. „Wir könnten das noch ausweiten, sehen uns aber auch nicht als bloße Geldeintreiber .“Ziel der Polizei sei es vor allem, die Sicherheit für Baustellenarbeiter und Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten: „Durch die Baustelle ist der gesamte Bereich sehr unübersichtlich und durch die Einspurigkeit zusätzlich sehr eng“, nennt Oevermann die Gefahrenquellen . Freigegeben ist der Neumarkt derzeit nur für Baustellenfahrzeuge, Busse und Radfahrer: „Selbst die Radler sind schon heikel“, so Oevermann, denn für Überholversuche jeglicher Art seien die Fahrspuren zu eng. Die Sperrung des Neumarkts während des Umbaus sei im Übrigen alternativlos: „Würde hier während der Baumaßnahmen der normale Verkehr abgewickelt, hätten wir das totale Chaos.“

Dieselben Ausreden

Auffällig am Montagmorgen: Die 17 ausgesprochenen Verwarnungen betrafen zum Großteil auswärtige Fahrzeughalter. „Vielleicht gewöhnen sich die Osnabrücker langsam daran, dass der Neumarkt dicht ist“, hofft Schmutte. In der Regel aber sei das Verhältnis von Ortskundigen und Fremden, die auf den Neumarkt fahren, ziemlich ausgeglichen. Auch die Ausreden angehaltener Fahrer ähnelten sich: Mal habe sie das Navi durch die Baustelle gelotst , mal seien die Hinweisschilder zum Durchfahrverbot nicht wahrgenommen worden. Akzeptiert werden derlei Begründungen nicht: „Im Zweifelsfall sollten Autofahrer eher den eigenen Augen als dem Navi trauen“, appellierte Schmutte.

Dass besonders für Ortsfremde die Verkehrsregelung unübersichtlich sein könne, schließt die Polizei nicht aus. Sprecher Oevermann: „Es stehen ja schon eine ganze Menge Schilder am Neumarkt. Wenn man sich nicht auskennt oder einfach dem vorausfahrenden Bus folgt, kann man auch schon mal ganz unverhofft im Bereich des Fahrverbotes landen.“ Allerdings seien das Einzelfälle.

Ein ziemlich ortsfremder Einzelfall wurde am Montag von der Polizei übrigens durchgewunken: Um kurz nach 7 Uhr war ein finnisches Radsportteam auf einer Trainingsfahrt über den Neumarkt gefegt. Minuten später folgte der motorisierte Tross: Im Rahmen der Kontrolle beließ es die Polizei bei einer freundlichen Ermahnung.

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