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Pokémon Go zum Download in Deutschland Osnabrücker verfallen dem Hype um Pokémon Go

Von Sarah Engel | 13.07.2016, 11:42 Uhr

Sehen Sie auch immer mehr Menschen, die auf ihre Smartphones starren? Ein Grund dafür könnte das neue Nintendo-Spiel „Pokémon Go“ sein. Seit Mittwochmorgen steht das Augmented-Reality-Game im Google Play Store für Android-Smartphones und im Apple Store für iOS-Nutzer zum Download bereit. Einige Osnabrücker haben es schon ausprobiert.

Es ist ein Erfolg, mit dem Nintendo nicht gerechnet hätte. Mit der Veröffentlichung des Augmented-Reality-Games „Pokémon Go“ hat der Videospiele-Hersteller einen echten Hit gelandet. Neuseeländer, Amerikaner und Australier starren auf ihre Smartphone-Bildschirme, um Pokémons zu fangen und sich Duellen zu stellen.

„Pokémon Go“ wird auch in Osnabrück gespielt

 In Europa verzögerte sich die Veröffentlichung des virtuellen Spiels aufgrund des großen Ansturms in den App-Stores jedoch. Nintendo ging auf Nummer sicher, um seine Server schonen. Seit Mittwochmorgen ist die App im Google Play Store für Android-Smartphones erhältlich. Auch iOS-Nutzer können sich die App im Apple Store heruntelanden. Auf Osnabrücks Straßen sind bereits viele Spieler unterwegs. Am Dienstagnachmittag tummelten sich Dutzende vor der Osnabrück Halle. Auch Spiele-Experte Mike Hillen hat die App schon ausprobiert. Über einen Trick hat sich der 38-Jährige „Pokémon Go“ schon Tage vor dem offiziellen Start auf sein Handy geladen. Er kann den Hype um das Spiel vollkommen verstehen.

Virtuelles Spiel trifft auch echte Welt

„Die Menschen sind von den technischen Möglichkeiten fasziniert“, sagt Hillen. „Schließlich handelt es sich bei der App um den ersten Spieltitel, der sich mit der echten Welt verbindet.“ Denn bei eingeschalteter Kamera werden die Pokémons in die echte Umgebung eingeblendet. Die App verwendet für das Spiel Geo-Daten. So werden auf einer virtuellen Karte entscheidende Orte für das Spiel angezeigt. Hier finden Spieler PokéStops, in denen sie sich mit Monster-Fallen in Form eines rot-weißen Balls eindecken können. In Arenen treten Spieler mit ihren Pokémons gegeneinander an. Auch in Osnabrück finden sich unzählige Punkte, die zum Sammeln, Jagen und Kämpfen einladen.

„Pokémon Go“ macht Spieler zu Jäger und Sammlern

Aus Mike Hillens Sicht werden mit dem Augmented-Reality-Game die Urinstinkte der Menschen gefördert. „Das Spiel weckt den Jäger und Sammler in uns.“ Zudem trage es zur körperlichen Bewegung bei. Mit seiner Familie habe er sich schon auf den ein oder anderen Spaziergang mehr begeben, um parallel Pokémons zu fangen. Allein in der App können Spieler 96 „Pokémon“ einsammeln, insgesamt gibt es Hunderte. Der Blick auf das Smartphone sei dafür übrigens nicht notwendig. „Das Handy vibriert, wenn ein spannender Punkt auf dem Weg liegt“, sagt Hillen. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Akkuverbrauch des Smartphones stark zunimmt. Wie bei einem Navigationsgerät werden die Geo-Daten stetig aktualisiert.

Pokémon-Arenen in Osnabrück

Plätze, um gegen andere Spieler anzutreten, finden sich an jedem „Point-of-interest“ in Osnabrück. Dazu gehören große Kirchen, historische Gebäude wie der Ledenhof oder Plätze, wie der Osnabrücker Neumarkt. An der Universität können Spieler sogar an mehreren Orten aufgefordert werden. Auch vor dem offiziellen Start der App in Deutschland, sei der Hype bereits in Osnabrück spürbar gewesen, so Hillen. „Wenn ich mich in die Große Straße stellen würde, liefe sicherlich alle fünf Minuten ein Spieler an mir vorbei“, glaubt er.

Hacker nutzen Hype um „Pokémon Go“ aus

Der Osnabrücker hat sich „Pokémon Go“ über einen Trick auf sein Smartphone geladen. Davon rät er den Laien jedoch ab. Gefälschte Versionen der App, die auf den Webseiten diverser Drittanbieter kursieren, seien unter Umständen schadhaft. Hacker können so ein Smartphone kontrollieren, wie die IT-Sicherheitsfirma Proofpoint vor Kurzem warnte. Mit dem Start der App im Google Play Store ist ein sicheres Spielen nun auch in Deutschland möglich.

Überfälle auf Spieler

Vorsicht ist bei der digitalen Schnitzeljagd auch im realen Leben geboten. In Bremen wurde eine junge Frau während des Spiels ausgeraubt. Die 25-Jährige war so in „Pokémon Go“ vertieft, dass sie von den beiden Tätern überrascht wurden, die ihr das Handy entrissen und flüchteten. Auch in den Vereinigten Staaten raubten Unbekannte einige Spieler aus. Daher warnt die Polizei davor, dass Spieler bei „Pokémon Go“ die reale Umgebung aus den Augen verlieren. Sie sollten abgelegene Orte zum Sammeln und Jagen besser meiden.

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