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Platane bleibt, Ahorn fällt später Bäume am Osnabrücker Neumarkt vorläufig gerettet

Von Sebastian Stricker | 02.11.2015, 07:06 Uhr

Sie sind das grüne Dach des Neumarkts – aber wie lange noch? Zumindest die mächtige Platanenreihe auf Osnabrücks zentralem Platz wird die Bauarbeiten entgegen erster Befürchtungen wohl unbeschadet überstehen. Und auch der haushohe Ahorn eingangs der Fußgängerzone muss nicht so schnell weichen wie gedacht.

Zwei stattliche Bäume vor dem Neumarkt-Carrée waren wegen des Tunnelabbruchs und einhergehender Arbeiten am unterirdischen Leitungsnetz besonders in Gefahr. 

Stadt gibt Entwarnung

So äußerte Stadtbaurat Frank Otte bereits vor einem Jahr „große Bedenken“, den im Betonkübel und ringsum wurzelnden Ahorn bei H&M erhalten zu können, wenn hier erst einmal die Bagger wüten würden. Eine Platane an der anderen Gebäudeecke (vor der Bäckerei Coors) wiederum stand so dicht neben einem früheren Aufzugsschacht, dass auch ihre Zukunft ungewiss schien, wenn es diesem endlich an den Kragen ginge. (Weiterlesen: Osnabrück will das Fällen von Großbäumen verbieten)

Nun aber gibt die Stadtverwaltung teilweise Entwarnung. „Die Platane brauchen wir nicht wegzunehmen“, sagte Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Rückbau des Lifts sei so vorsichtig geschehen, dass der mächtige Baum mit der charakteristischen Camouflage-Rinde keinen Schaden nahm. Die standfeste Platane darf damit auch weiterhin das Bild des Neumarkts prägen. Sicherlich sehr zur Freude nicht nur vieler Osnabrücker, sondern vor allem auch der Werbegemeinschaft Große Straße, welche den Baum seit Jahren zur Weihnachtsbeleuchtung nutzt.

Bleibt die Weihnachtsbeleuchtung?

Wie übrigens auch den benachbarten Ahorn: Seine Krone ist ebenfalls mit schier endlos langen Lichterketten verziert, an denen in der Vergangenheit immer zwischen Totensonntag und Neujahr Tausende Lämpchen brannten. Ob das auch 2015 der Fall sein wird, entscheidet sich am Montag. Dann soll es nach Auskunft von Holger Bulk, Geschäftsführer von „Leder Rabe“ und Vorsitzender der Werbegemeinschaft, ein Treffen mit den Verantwortlichen des Osnabrücker City-Marketings geben.

Der Ahorn jedenfalls, für dessen Erhalt sich Aktivisten im Sommer besonders stark gemacht hatten, bleibt nach Auskunft von Fachdienstleiter Schmidt mindestens bis zum Frühjahr 2016 stehen. Wenn es eines Tages allerdings am Neumarkt mit dem sogenannten Baulos 2 ernst wird, seien die Tage dieses Baums endgültig gezählt. „Er ragt mit seiner halben Krone ins Baufeld.“ Das neue Geschäftshaus auf der Fläche vor dem Neumarkt-Carrée soll Ende 2017 stehen. (Weiterlesen: Rosskastanie aus Osnabrücker Schlossgarten verschwunden)