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Pilotprojekt in Supermarkt Netto am Osnabrücker Weidencarrée testet Selbstbedienungs-Kassen

Von Corinna Berghahn | 18.11.2017, 09:30 Uhr

Der Supermarkt Netto am Weidencarrée im Osnabrücker Stadtteil Wüste testet seit dieser Woche, ob seine Kunden sich mit Selbstbedienungs-Kassen anfreunden können.

Man kennt es schon von Ikea, nun testet auch der Lebensmittel-Discounter Netto am Weidencarrée seit diesem Donnerstag, ob seine Kunden sich mit dem sogenannten Self-Checkout-System anfreunden können. Dafür wurden drei Selbstbedienungs-Kassen neben drei verbliebenden herkömmlichen Kassen aufgestellt.

„Die Netto-Filiale in der Weidenstraße ist bislang die einzige mit Expresskassen im Osnabrücker Stadtgebiet“, sagte Stefanie Adler von der Unternehmenskommunikation Netto Marken-Discount. Und weiter: „Mit den Expresskassen können Kunden längere Wartezeiten an den Kassen umgehen, die trotz maximaler Kassenbesetzung durch unsere Filialmitarbeiter in Stoßzeiten nie ganz zu vermeiden sind.“

Was sind Self-Scanning-Kassen?

Anstatt die Einkäufe aufs Band zu legen und die Kassierer Ware für Ware über den Scanner ziehen zu lassen, müssen Kunden bei Selbstbedienungs-Kassen selbst Hand anlegen und die Ware selbst scannen.

Laut Adler funktionieren die Kassen „in drei einfachen, selbsterklärenden Schritten“: Zur Artikelerfassung scannt man den Barcode oder wählt über ein bebildertes Tableau am Bildschirm das entsprechende Produkt. Auch Leergutbons können eingescannt werden. Bezahlt wird dann nicht bar, sondern per EC- und Kreditkarte, Netto-App auf dem Smartphone, Deutschlandcard oder über Gutscheine.

Um – beabsichtigte oder unbeabsichtigte – Fehlbuchungen der Kunden zu vermeiden, werde „stets ein Filialmitarbeiter im Checkout-Bereich anwesend“ sein, sagt Adler.

Osnabrück Teil des Pilotprojekts

Bis dato war der Einsatz derlei Kassen im Stadtgebiet allein auf die Filiale des Möbelmarktes Ikea begrenzt. Doch außerhalb Osnabrücks testen andere Lebensmittelmärkte bereits den Einsatz der Kassen: Mehrere Real-Märkte und Rewe-Filialen bieten im Bundesgebiet die Alternative zur Kassierer-Kasse an.

Ob sich diese Art des Bezahlens bei Netto durchsetzen wird, ist noch nicht abzusehen. Die Filiale am Weidencarrée gehört zu einem Pilotprojekt, mit dem seit dem Sommer getestet wird, ob Kunden diese Alternative überhaupt annehmen wollen. Noch stehen die Kunden im Osnabrücker Netto-Markt jedoch lieber bei den bekannten Kassen an, statt die neuen zu testen. Vielleicht ist dies ein Grund dafür, dass das Unternehmen unserer Redaktion keine Erlaubnis erteilet, die SB-Kassen zu fotografieren.

SB-Kassen im Ausland verbreitet

Generell scheinen die Deutschen SB-Kassen weniger zu mögen, als Kunden in Großbritannien, Skandinavien, den Niederlanden oder den USA. Ob das daran liegt, dass an den Kassen nicht mit Bargeld gezahlt werden kann, oder ob den Kunden die Technik zu kompliziert ist, ist unter Wirtschaftspsychologen allerdings umstritten.