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Pflaster muss erneuert werden Kugelleuchten in Osnabrücker Altstadt haben ausgedient

Von Rainer Lahmann-Lammert | 18.07.2014, 20:48 Uhr

Rotes Klinkerpflaster, gläserne Kugelleuchten – das sind seit fast 40 Jahren prägende Gestaltungsmerkmale im Heger-Tor-Viertel. Weil der Zahn der Zeit seinen Tribut fordert, will die Stadt die Altstadtgassen behutsam sanieren. Keine einfache Aufgabe, wie sich jetzt zeigt.

In zwei Jahren wollen die Stadtwerke im Heger-Tor-Viertel die Leitungen für Strom, Gas und Wasser erneuern. Dabei muss das Klinkerpflaster aufgenommen und neu verlegt werden, und da beginnen schon die Probleme. Ein großer Teil der roten Steine ist nach Ansicht der Tiefbauer nicht mehr verwendbar. Wer genau hinschaut, entdeckt überall abgebrochene Ecken.

Die Steine seien eine Sonderanfertigung gewesen, erklärte Stadtbaurat Frank Otte vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Eine Ersatzbeschaffung sei deshalb nicht mehr möglich. Es biete sich aber an, ähnliche Steine in roter Optik zu verlegen, die nach Möglichkeit auch nicht so glatt sein sollten wie die aus den 70er Jahren.

Problem Nummer 2 ist die Beleuchtung: Die Stadt hat die gläsernen Kugeln schon mit Energiesparlampen ausgestattet und auch einen nachträglichen Einbau von LED-Technik in Erwägung gezogen. Aber die fast 40 Jahre alten Leuchten gelten als abgängig, bei einer Umrüstung ginge die elektrische Zulassung verloren, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss. Die Baufachleute favorisieren deshalb eine komplette Erneuerung der Leuchten.

Das Beleuchtungskonzept solle aber beibehalten werden, kündigte Otte an. Von dieser behutsamen Auffrischung verspreche sich die Stadt eine erhebliche Kosten- und Zeitersparnis. Andernfalls müsse das Heger-Tor-Viertel komplett neu gestaltet werden – mit Bürgerbeteiligung und unkalkulierbaren Kosten. Dieses Fass wolle er lieber nicht aufmachen, vermerkte Otte.

Doch seine Ankündigung weckte bei den CDU-Mitgliedern im Ausschuss den Argwohn, dass in der Altstadt eine teure Großbaustelle eröffnet werden könnte. Weil die Bauverwaltung noch keine Angaben zu den Kosten machen konnte, knüpften die Christdemokraten ihre Zustimmung an konkretere Informationen. „Das geht uns zu schnell“, meinte die CDU-Politikerin Anette Meyer zu Strohen. Immerhin sei das Heger-Tor-Viertel „das wichtigste Quartier in der Stadt“. Da dürfe nicht unüberlegt gehandelt werden.

„Der Klinker war ein Fehlgriff“, meinte Horst Simon von der SPD. Nach seiner Ansicht wäre Naturstein in der Altstadt passender. Volker Bajus von den Grünen sprach sich mit Blick auf die Große Straße dafür aus, „keinen Klinker aus fernen Ländern einzufliegen“.

Nach der Sommerpause soll das Thema erneut im Ausschuss beraten werden.