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Partygäste randalierten Strandparty in Osnabrück artet aus: 13 Verletzte

Von Martina Grothe | 26.04.2014, 19:11 Uhr

Eine Strandparty ist in der Nacht zu Samstag im Osnabrücker Stadtteil Atter ausgeartet. Wie die Polizei mitteilte, wurden 13 Partygäste durch Pfefferspray verletzt.

„Ende einer friedlichen Partynacht im Krankenhaus“, so formulierte es der 20-jährige Robin G. aus Osnabrück. Er war einer der Gäste auf der Strandparty an der Bahnhofsstraße in Atter, die zwar friedlich begann, aber nicht friedlich endete.

Um 3 Uhr sollte die Party zu Ende sein, womit sich aber nicht alle abfinden wollten. So feierten und sangen die zu dem Zeitpunkt noch etwa 200 Gäste trotzdem weiter – auch nachdem die Musik schon aus war. Dabei blieb es allerdings nicht: Eine Gruppe von circa vierzig Personen begann zu randalieren. „Die haben die Bierzeltgarnitur kaputt gemacht und auch gegen Boxen getreten“, berichtete der 18-jährige Patrick K. aus Osnabrück. Er habe schon ein bisschen Angst gehabt vor den Wildgewordenen. Die Security sei in der Minderheit gewesen und habe sich nicht mehr gegen die Masse durchsetzen können, so der 18-Jährige. Daraufhin rief der Veranstalter, der Schützenverein Atter, die Polizei zu Hilfe. „Wir waren wirklich machtlos, wussten uns keinen Rat mehr“, erinnert sich Uwe Hartmann, Präsident des Vereins.

Laut Polizei hätten die Beamten zunächst versucht, durch Deeskalation die Situation zu beruhigen und die gewalttätigen Gruppen voneinander zu trennen. Doch die Einsatzkräfte seien „sehr massiv“ aus einer „höchst aggressiven 40-köpfigen Personengruppe“ bedrängt worden. Der Einsatz von Pfefferspray sei notwendig gewesen, weil diese 40 Gäste sowohl auf die Beamten als auch auf die Security losgegangen seien und die Lage zu eskalieren schien. Eine Person wurde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung gegen einen Polizisten vorläufig festgenommen. Durch das Spray wurden 13 Partygäste verletzt, zwei mussten ins Krankenhaus, so die Polizei.

Einer von ihnen war Robin G. Er versteht, dass die Polizei Pfefferspray benutzte, um die Situation zu entschärfen. Seiner Meinung nach hätte sie es allerdings nicht unbedingt am Ausgang versprühen müssen. Viele Partygäste, die nichts mit den Randalierern zu tun gehabt hätten, hätten das Zelt nur verlassen wollen. Viele seien hustend aus dem Zelt gekommen, einige hätten davor gelegen und sich übergeben, schilderte Patrick K. die Lage.

Robin G. habe sich lediglich nach einer Freundin umgedreht, als er Pfefferspray direkt in den Mund bekommen habe. Außerdem habe ihn etwas am Kopf getroffen. Was genau es gewesen sei, konnte er aber nicht mit Bestimmtheit sagen. Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma. Am Samstag hatte er noch Kopfschmerzen und eine Beule am Hinterkopf. Der Schützenverein Atter bedauert die Eskalation des Festes. „Während des Einlasses kann man die Unruhestifter noch nicht erkennen. Diese kommen ja als ganz normale Gäste“, erklärt Uwe Hartmann die schwierige Situation. Zudem hätte auch mehr Sicherheitspersonal den wütenden Mob nicht bändigen können.

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch eingeleitet.