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Osnabrücker Orthopäde Engelhardt zum zweiten Mal Triathlon-Präsident – „Sportlich gut aufgestellt“ „Ich wurde gebraucht als Friedensstifter“

Von Michael Jonas | 07.11.2011, 18:23 Uhr

Dr. Martin Engelhardt, Chefarzt der Orthopädie am Klinikum in Osnabrück, ist zum zweiten Mal nach seiner Amtszeit von 1987 bis 2001 zum Präsidenten der Deutschen Triathlon-Union (DTU) gewählt worden.

Warum haben Sie sich wieder zur Verfügung gestellt?

Es war nicht mein Lebenstraum, wieder einzusteigen, als ich die Führung vor zehn Jahren abgegeben habe. Doch in den letzten drei Jahren gab es eine traurige Entwicklung. Der Verband war extrem zerstritten und seit Februar ohne Präsident. Es musste etwas geschehen, um den Verband wieder handlungsfähig zu machen nach den öffentlichen Streitereien und Prozessen. Vor allem Reinhold Häußlein und einige Landesverbände haben mich bearbeitet. Ich wurde quasi gebraucht als Friedensstifter.

Wie lange wollen Sie das Amt denn ausüben?

2014 ist der nächste ordentliche Verbandstag in der Friedensstadt Osnabrück. Das ist für mich erst einmal der zeitliche Orientierungsrahmen.

Sie haben von einer Aufbruchsstimmung gesprochen. Wie soll die aussehen?

Die ist so zu verstehen, dass alle wesentlichen Leute erkannt haben, dass es so nicht weitergehen konnte. Wir haben kein gutes Bild in der Öffentlichkeit abgegeben. Diese Zerrissenheit hat viel Glaubwürdigkeit gekostet. Die Destruktivität ist nun vorbei. Wir haben das Präsidium auf sechs Personen verkleinert und unsere Entscheidungsstrukturen modernisiert. Außerdem ist die Kommunikation so wesentlich effizienter.

Es gibt auch eine modifizierte Veranstalterabgabe. Was hat sich geändert?

Da haben wir, denke ich, einen guten Kompromiss gefunden, der auch dazu beiträgt, dass die Interessengruppen im Triathlon wieder zielgerichteter zusammenarbeiten. Bisher mussten die Ausrichter von Wettkämpfen Gelder an die zuständigen Landesverbände und den Dachverband entrichten. Jetzt fließen die Abgaben in die Kassen der Länder. Dafür erhöhen sich die Anteile der DTU bei den Startpässen von 14 auf 25 Euro und bei den Tageslizenzen für einzelne Rennen von vier auf acht Euro. Ich glaube, das ist eine tragfähige Lösung.

Aus sportlicher Sicht: Wie ist die DTU positioniert?

Zum Glück hat der Sport in den drei turbulenten Jahren kaum gelitten. Wir haben fünf von sechs möglichen Startplätzen für Olympia 2012 in London bereits in der Tasche. Die Nachwuchsarbeit funktioniert. Wir sind gut aufgestellt für die Zukunft.