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Osnabrücker „Generationenwerkstatt“ Projekt zweimal erfolgreich und einmal gescheitert

Von Bent Freiwald | 21.06.2016, 16:55 Uhr

Sechs Schüler der achten Klasse von der Gesamtschule Schinkel haben jetzt erfolgreich an der „Generationenwerkstatt“ teilgenommen, einem Projekt der Osnabrücker Ursachenstiftung.

Einmal in der Woche besuchten die Schüler das Autohaus Härtel und die Firma Osma-Aufzüge. Zum Abschluss der Aktion bekamen sie ein Teilnahme-Zertifikat. Ein verdienstvolles Projekt kann unter Umständen allerdings auch einmal scheitern. Das zeigte sich in diesem Jahr bei der Firma Amelingmeyer.

Die „Generationenwerkstatt“ ist Teil der bundesweiten Initiative „Männer für Morgen“ des Göttinger Neurobiologie-Professor Gerald Hüther. Ziel ist es, den Nachwuchs zu fördern und durch eine generationenübergreifende Zusammenarbeit Begeisterung für das Handwerk zu wecken. Erstmalig nahmen nun Schüler der Gesamtschule Schinkel an diesem Projekt teil. Auch die beiden Firmen, in denen sie arbeiteten, waren zum ersten Mal dabei.

Tolle Ergebnisse präsentiert

Bei einer Präsentation im Figurentheater stellten die Schüler nun ihre Ergebnisse vor. Hingucker war eine im Autohaus Härtel entstandene Rückfahrkamera: Wird der Rückwärtsgang eingelegt, klappt das VW-Zeichen am Kofferraum aus und macht den Weg frei für eine Kamera, die den Raum hinter dem Auto filmt und die Bilder an einen Bildschirm in der Konsole des Wagens weiterleitet.

Bei der Firma Osma-Aufzüge stellten die Schüler unter Aufsicht von Ingo Kottenhoff zunächst eine Schattenleinwand her, die sie an die Marionettenbühne des Figurentheaters anbauten. Als diese vollendet und noch Zeit vorhanden war, knüpfte sich die Truppe den völlig verrosteten Schulgrill vor. „Auf dem Grill konnte man keine Würstchen mehr grillen. Wir haben es geschafft, ihn wieder flott zu machen“, erinnerte sich Gesamtschüler Devin Sahin. Auch die beiden Osma-Auszubildenden Bastian Niemeyer und Tobias Meister wurden in die Anleitung der Schüler einbezogen. „Unsere Azubis haben sich durch das Projekt weiterentwickelt“, so Kottenhoff. Insgesamt zieht er eine sehr positive Bilanz nach Abschluss der „Generationenwerkstatt“: „Die Schüler waren pünktlich und fröhlich.“

Einige Schüler waren unmotiviert

Unmotiviert verhielt sich hingegen eine Gruppe der Realschule Eversburg, die eigentlich bei der Firma Amelingmeyer Metallbau neue Erfahrungen sammeln sollte. Das Unternehmen ist normalerweise eine Vorzeigefirma des Projekts. Doch in diesem Jahr kam es einfach zu oft vor, dass die beteiligten Schüler durch Undiszipliniertheiten auffielen. „Wir konnten wegen einer Versetzung erst im Januar starten. Die Zeit war zu kurz, um unser Vollprogramm durchzuziehen“, erklärte Geschäftsleiter Friedrich Amelingmeyer. Am Ende der „Generationenwerkstatt“ sei nur noch ein einziger Schüler regelmäßig erschienen.

Die Lehrstelle ist jetzt sicher

Alle Beteiligten waren sich dennoch darüber einig, dass die „Generationenwerkstatt“ grundsätzlich ein wichtiges Projekt ist. Autohaus-Geschäftsführer Christian Härtel: „Wir brauchen gut ausgebildete und interessierte Handwerker. Das Projekt holt die Jugendlichen früh ab und führt sie in die einzelnen Berufe.“

Auch Osma-Chef Albert Schenk sieht die Werkstatt sehr positiv: „Wir haben den Wunsch, dass die beteiligten Schüler nach Abschluss der Schule Lehrlinge bei uns werden.“

Ein Zertifikat für die Teilnahme an der „Generationenwerkstatt“ haben erhalten: Devin Sahin, Osama Alsmir, Maik Jüngling, Kamil Chieanski, Amir Gashi, Dawid Tiesmeyer (Schüler), Bastian Niemeyer und Tobias Meister (Azubis).