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Osnabrück Wieder mehr Arbeitslose

30.07.2009, 22:00 Uhr

Tendenz steigend: Die Juli-Statistik wirft 18 731 arbeitslose Frauen und Männer in der Stadt und im Landkreis Osnabrück aus – 1146 mehr als im Monat Juni.

„Die aktuelle Entwicklung ist jahreszeitlich typisch“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Osnabrück, Heiko Peters. „Zum einen melden sich in dieser Zeit in jedem Jahr zahlreiche junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung in Betrieben und Schulen zunächst arbeitslos. Daneben führt auch der Quartalskündigungstermin Ende Juni regelmäßig zu vermehrten Arbeitslosmeldungen.“ Der Zuwachs sei in diesem Jahr allerdings stärker ausgeprägt als in den Vorjahren. Dies sei eine Folge der wachsenden Beschäftigungsprobleme in den Unternehmen. „Ausgelernte Auszubildende werden deshalb häufiger als in den Vorjahren nicht unmittelbar in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen, befristete Arbeitsverträge seltener verlängert.“

Im Landkreis Osnabrück sei die Zahl der beschäftigungslosen Frauen und Männer seit Juni um 574 oder 5,6 Prozent auf 10774 angestiegen. In der Stadt habe sich der Bestand um 572 oder 7,7 Prozent auf 7957 Arbeitslose erhöht.

Von den insgesamt 18731 Arbeitslosen wurden den weiteren Angaben zufolge 8921 Personen von der Agentur für Arbeit Osnabrück betreut; 5031 von der Agos (Arbeit-Gemeinschaft für Osnabrück) sowie 4779 von der Maßarbeit (kommunale Arbeitsvermittlung des Landkreises Osnabrück).

Nach einer Mitteilung der Maßarbeit verzeichnete die kommunale Arbeitsvermittlung im ablaufenden Monat 4779 arbeitslose Empfänger von Arbeitslosengeld II – im Juni seien es noch 4825 gewesen. „Zugleich stieg die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften von 9272 im Juni auf 9338 im Juli“, berichtet der Maßarbeit-Vorstand Siegfried Averhage.

Als Grund für den leichten Rückgang der Arbeitslosen sieht Averhage die wieder zunehmende Nachfrage nach Arbeitskräften beim Arbeitgeberservice der Maßarbeit. „In jüngster Zeit suchen vor allem regionale Unternehmen aus den Bereichen Vertrieb und Logistik wieder nach qualifizierten Arbeitskräften.“

Den Rückgang der Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Anstieg der Bedarfsgemeinschaften begründet der Maßarbeit-Vorstand mit der zunehmenden Zahl der sogenannten Aufstocker. Deren Anzahl sei in den vergangenen drei Monaten von 3808 auf 3917 angestiegen. Averhage: „Aufstocker sind Beschäftigte, die zusätzlich zu ihrem Einkommen ergänzende Leistungen beziehen. Sie gelten aufgrund der Vorgaben der Bundesagentur für Arbeit nicht als arbeitslos.“