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Osnabrück ist Klimakommune 2016 20.000 Euro für Dienstfahrräder oder Kita-Projekt

Von Rainer Lahmann-Lammert | 28.09.2016, 12:49 Uhr

Umweltminister Stefan Wenzel hat die Stadt Osnabrück kürzlich mit dem Titel „Niedersächsische Klima-Kommune 2016“ ausgezeichnet. Obendrein gab‘s 20000 Euro – und die sollen nun klimafreundlich investiert werden.

Der Fachbereich Umwelt und Klimaschutz setzt vor allem auf die energetische Sanierung älterer Gebäude, um Osnabrücks Klimaziel – 95 Prozent weniger CO2 bis 2050 – näherzukommen. Beim Wettbewerb auf Landesebene konnte die Stadt mit verschiedenen Projekten punkten, die miteinander verzahnt sind.

Später Zuspruch

Es muss ein mühsames Geschäft sein, Hauseigentümer von der Notwendigkeit einer energetischen Sanierung zu überzeugen – vor allem, wenn die Angesprochenen gar nicht in der Stadt wohnen. Im Modellprojekt „Gartlage-Süd beginnt das hartnäckige Bohren nach fast zwei Jahren Früchte zu tragen. Im Quartier zwischen der Bohmter Straße und der Schlachthofstraße bietet die Stadt mit dem Sanierungsträger Baubecon eine Beratung und einen Gebäudecheck an, damit Fassaden gedämmt, Fenster erneuert und Heizungsanlagen modernisiert werden. Wer sich entschließt, zu investieren, kann sogar mit einem Zuschuss der Stadt rechnen.

„Es hat lange gedauert, bis das bei den Hauseigentümern angekommen ist“, bedauert die für Energie und Klimaschutz zuständige Ute Fritsch-Riepe. 32 Gebäudechecks wurden inzwischen angemeldet, 20 Eigentümer haben sich auf eine Sanierung eingelassen, für 11 Häuser sind die Arbeiten bereits abgeschlossen. Ute Fritsch-Riepe freut sich über den späten Zuspruch, betont aber, dass noch viel zu tun sei angesichts der Zahl von 271 Gebäuden. Obwohl das Projekt „Gartlage-Süd“ ursprünglich auf zwei Jahre befristet war, sollen jetzt zwei weitere Jahre hinzukommen.

Wohin mit dem Geld?

Unter ähnlichen Vorzeichen hat der Fachbereich Umwelt und Klimaschutz seine Beratungsangebote im Quartier „Hintere Wüste“ ausgebaut. Im Bürgertreff der Wüsteninitiative bot ein Energieberater bis zum Juni Sprechstunden und Vorträge an. Anders als in der Gartlage standen in der Wüste aber keine Fördermittel zur Verfügung, was Koordinatorin Nele Schapher sehr bedauert.

Mit dem Klimapreis an die Stadt Osnabrück würdigt das Land Niedersachsen aber auch die flächendeckende Thermografiebefliegung des Stadtgebiets, in deren Nachklang 1100 Hauseigentümer eine Energieberatung in Anspruch genommen haben, wie Fachbereichsleiter Detlef Gerdts betont. Auch auf das Solardachkataster und die von der Stadt angebotenen kostenlosen Solar-Checks bezieht sich der Preis, der gemeinsam vom Umweltministerium, dem niedersächsischen Städte- und Gemeindebund und der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen vergeben wurde.

Osnabrück erhielt die Auszeichnung gemeinsam mit der Stadt Oldenburg und der Gemeinde Vrees. Im Fachbereich Umwelt und Klimaschutz gibt es zwei Überlegungen, was mit dem Preisgeld in Höhe von 20000 Euro geschehen soll. Fachbereichsleiter Gerdts schlägt vor, Dienstfahrräder für verschiedene Fachbereiche der Stadtverwaltung anzuschaffen, um eine CO2-arme Mobilität voranzubringen. Eine andere Möglichkeit wäre, mit dem Geld ein Bildungsprojekt für Kitas zu finanzieren, um Kinder für einen bewussten Umgang mit Energie zu sensibilisieren. Die Entscheidung wird voraussichtlich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt treffen.