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Osnabrück: Immobilie in Weststadt Stadtpalais mit 18 Luxus-Wohnungen vollendet

Von Jean-Charles Fays | 07.11.2013, 16:19 Uhr

Das neue Stadtpalais am Carl-Hermann-Gosling-Platz mit 18 Luxuswohnungen in der Weststadt ist vollendet. Der Architekt und Gesellschafter Christian Kolde ist begeistert, dass er sieben Jahre nach den ersten Verhandlungen und anderthalb Jahre nach Baubeginn endlich am Ziel ist. Die Hälfte der insgesamt 3200 Quadratmeter Wohnfläche ist bereits verkauft. Der 48-Jährige ist überzeugt, dass auch die andere Hälfte bis zum kommenden Sommer einen neuen Besitzer findet.

Die exklusiven Wohnungen des Neubaus im Stile der charakteristischen Altbauten im Katharinenviertel kosten bis zu 4000 Euro pro Quadratmeter . Das Stadtpalais ist damit nicht nur architektonisch, sondern auch preislich das Highlight in der Weststadt. „Die Leute können jetzt durch das fertige Haus gehen und sich die bereits eingerichtete Musterwohnung im Erdgeschoss angucken. Dadurch ist das Stadtpalais nun greifbarer und es wird einfacher, die restlichen Wohnungen zu verkaufen“, betont Immobilienmakler Michael Klein, der die Wohnungen zwischen 115 und 244 Quadratmeter für Kolde vermakelt.

Kurios ist, dass ausgerechnet die beiden Penthäuser, die am teuersten sind, bereits verkauft wurden. Kolde erläutert: „Die Nachfrage für die größeren Wohnungen war größer, weil es so etwas in Mitte West und im ganzen Katharinenviertel noch nicht gibt.“ Gen Westen könne man bei gutem Wetter bis zu den Schornsteinen des Steinkohlekraftwerks Ibbenbüren blicken, gen Süden blicke man von der riesigen Terrasse auf den Höhenzug Hüggel, gen Norden blicke man auf die abends charmant angeleuchteten Gebäude der Fachhochschule des Westerbergs und bei Sonnenaufgang könne man auf der östlichen Seite zum Carl-Hermann-Gosling-Platz die Aussicht bis zum Franziskushospital genießen.

Einen Hotel-Charakter bietet die hauseigene großzügige Tiefgarage mit 30 Stellplätzen. Zudem hat jedes der beiden Gebäudeteile seinen eigenen Aufzug, in dem die Bewohner sogar liegend bis in die Tiefgarage transportiert werden könnten. Alle Wohnungen sind barrierefrei zu erreichen. „Das war mir wichtig, denn eine Wohnung in dieser Lage ist ideal für jemanden, der sich von seinem Einfamilienhaus trennen will“, erklärt Kolde. Zu dem hohen Anspruch des Stadtpalais passt auch der im Eingangsbereich verarbeitete braune Bronze Amani Marmor. „Ein weiterer Luxus sind die hohen Raumhöhen“, stellt Kolde heraus. Er habe sich mit der 2,80 Meter Deckenhöhe lieber an den Geschosshöhen der Altbauten in der Umgebung orientiert und dafür darauf verzichtet, eine weitere Etage einzuziehen. Auch der Fahrradpavillon mit Ladestationen für E-Bikes im Innenhof passe zum Katharinenviertel. Für einen besonderen Charme sorge auch die begrünte Tiefgarageneinfahrt. „In zwei Jahren ist hier nur noch ein grüner Quader zu sehen“, prognostiziert Kolde. Dazu sollen in den kommenden zwei Wochen waagerecht über den Stellplätzen im Hof wachsende Platanen kommen, bevor Ende des Monats der erste Wohnungsbesitzer einzieht. Ein Drittel der Wohnungen wurde auch als Wertanlage an Investoren verkauft, die die Wohnungen nun zwischen 12,50 und 13,50 Euro pro Quadratmeter vermieten.

Kolde wuchs an der idyllischen Illoshöhe auf und lebt seit 17 Jahren in einem Penthouse zwei Häuser neben dem Stadtpalais. Er wollte der Weststadt mit seinem größten Wohnungsbauprojekt in seiner 17-jährigen Karriere als Architekt „etwas zurückgeben. Deshalb habe ich es aus Architektensicht gestaltet, nicht aus Investorensicht“, sagt er. „Es war für mich als Architekt wichtig, das Stadtpalais im neuen Trendviertel zeitlos zu halten.“ Hinter dem Prachtbau im Stil der Jahrhundertwende entstehen auf dem früheren Busdepot im Baugebiet Mitte West 16 Neubauten zwischen Ernst-Sievers-Straße und Augustenburger Straße . Zudem baut Hochtief 113 Miet- und Eigentumswohnungen entlang der Augustenburger Straße. Sie bilden den Lückenschluss zwischen der restlichen Weststadt und dem Katharinenviertel. Das Stadtpalais bildet am Kirchenkamp das Bindeglied zwischen den rund 100 Jahre alten Häusern entlang der Katharinenstraße und den Neubauten des neuen Trendviertels Mitte West, das mit Strom und Nahwärme aus einem Blockheizkraftwerk versorgt wird. Der 47-jährige Architekt sieht in dem Katharinenviertel das Pendant zum Berliner Prenzlauer Berg . Das Stadtpalais ist aus der Sicht des Gesellschafters die Krönung dieses Viertels.

Kolde und Generalunternehmer MBN, der das Projekt planmäßig nach anderthalb Jahren vollendete, sind mit der Luxus-Immobilie ein großes Risiko eingegangen. Die gute Stadtteilentwicklung war bei seinen ersten Verhandlungen vor sieben Jahren noch nicht absehbar, es gab noch das ehemalige Busdepot und die Chemiefabrik Hagedorn. Bei Baubeginn im Juni 2012 waren zudem erst drei Wohnungen verkauft. „In der Regel ist es üblich, dass man erst mit dem Bau beginnt, wenn bereits die Hälfte der Wohnungen verkauft wurden“, weiß Kolde. Er hat dennoch angefangen, „denn ich habe an das Projekt geglaubt“, sagt er. „Jetzt ist es noch besser geworden, als ich es mir vorgestellt hatte.“ Als Architekt plant er nun schon wieder neue Großprojekte, als Investor müsse er sich jetzt aber erst einmal erholen.