Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Osnabrück-Halle „Der kleine Prinz“ verpackt in Musik und Tanz

Von Thomas Hitzemann | 27.12.2016, 14:49 Uhr

Wie aus Antoine de Saint Exupérys bekanntem Buch „Der kleine Prinz“ ein Vergnügen für Auge und Ohr werden kann, ohne dass die Botschaft verloren geht, zeigt eine Musicalfassung dieser hintergründigen Erzählung am zweiten Weihnachtstag in der Osnabrück Halle.

Jochen Sautter verwandelt die Prosa des Originals in ein überwiegend gereimtes Libretto. Deborah Sasson hat dazu musikalische Einfälle, die Matthias Suschke instrumentiert. Fertig ist ein Musical, bei dem die Mischung aus Science-Fiction, Märchen und Fabel nicht verloren gegangen ist. „Trinity Concerts“ aus Bensheim stellt ein Tournee-Ensemble zusammen, welches mit der Produktion über deutsche Bühnen zieht. Auch in Osnabrück kann man diese harmonisierende Truppe bewundern.

Dass Lebensphilosophie, verbunden mit Sentimentalität, ankommt und überdies so vereinfacht werden kann, dass selbst Kinder sie teilweise verstehen, ist ein Merkmal der Aufführung. Der kleine Prinz lehrt das ganze Publikum, wie Liebe und Treue unlösbar zusammengehören: Man bleibt sein Leben lang für das verantwortlich, was man sich vertraut gemacht hat.

Doch keineswegs braucht es für diese Botschaft den erhobenen Zeigefinger. Nein, viel besser geht es mit suggestiven Bildern, frechen Texten, leicht verdaulichen Klängen und einer quirligen Choreografie. Teilweise mutet es an wie ein Breitleinwandfilm, allerdings mit lebendigen Darstellern. Das Reiseorchester liefert dazu so viele Klangfarben, wie Szenen über die Bühne gehen, am schönsten bei einem Rosenballett, welches die Sinne der Zuhörer auf wohligen Wellen wiegt.