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Osnabrück Gelungene Version für Kinder

Von Tom Heise | 27.09.2011, 14:48 Uhr

Alles nur Show, alles nur Spiel! Mit einem dramaturgischen Trick gelang es der Figurenspielerin Hedwig Gerberding-Eickhorst alias Pappen-Elli aus Borgloh, dem Grimm’schen Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein den Schrecken zu nehmen. Da der Wolf aus nicht näher erklärten Gründen die Flucht aus dem kleinen Fliegenpilzwald angetreten hatte, muss Stoffhund Wuffi den Part des Bösewichts übernehmen. Nicht ganz ohne Angst, denn schließlich wird dem Fiesling am Ende der Bauch aufgeschlitzt. Doch Pappen-Elli beruhigt ihren neuen Hauptdarsteller: Wie die gesamte Kulisse ist natürlich auch die Schere stilecht aus Pappe. Alles nur Show.

Mit Wolfsmantel und Furcht einflößendem Gebiss ausgestattet, versucht sich der liebe Vierbeiner an der Rolle des grauen Schreckens, verfällt aber immer mal wieder in Hundegebell. Und so richtig böse kann Wuffi auch nicht gucken. Den kleinen Zuschauern im Figurentheater in der Alten Fuhrhalterei wird durch die Verwandlung bewusst gemacht, dass das Treiben auf der Bühne nur Spiel ist. Die Szenen, in denen getäuscht, gefressen oder geschlitzt wird, sind dadurch entschärft. Ist ja nur Theater.

Und dieses beherrscht Pappen-Elli. Mit ihrer „Quetschkommode“ und einem Hemd mit einer großen „7“ auf dem Rücken beginnt sie das Stück. Denn „7“ ist die absolute Lieblingszahl von Pappen-Elli. Auch zwischendurch kommt das Akkordeon immer mal wieder zum Einsatz. Unter der Regie von Ute Kotte führt Gerberding-Eickhorst die von Anke Lenz kreierten Figuren souverän durch das bekannte Märchen und überzeugt auch als „Synchronsprecherin“ für ihre Akteure.

Am Ende einer gelungenen Premiere nimmt Wuffi stolz die Glückwünsche der Geißlein für seine darstellerische Leistung entgegen. Und der neue Schauspielstar kündigt an, in der nächsten Produktion die Rolle der Prinzessin übernehmen zu wollen. Ob dafür sein Talent reichen wird?