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Osnabrück Falschgeld: Hunderte Fälle in Osnabrück

19.07.2009, 22:00 Uhr

Die Osnabrücker Polizei warnt vor Falschgeld. Über 400 Fälle sind allein in diesem Jahr bereits in Stadt und Landkreis Osnabrück aktenkundig geworden. Am beliebtesten sind bei den Fälschern 20- und 50-Euro-Noten.

Ein paar Zeilen an der Theke bringen im Innenstadt-Restaurant Culina das Problem auf den Punkt. „Wir sind mit Falschgeld betrogen worden.“ Aus diesem Grund werden beim Bezahlen alle Scheine im Wert von mindestens 20 Euro noch mal genau in Augenschein genommen. Offensichtlich ist das kein Einzelfall in der Stadt.

„Ja, es gibt derzeit eine Häufung von Falschgeld-Fällen im Raum Osnabrück“, bestätigt Polizei-Sprecher Jens Jantos. Besonders beliebt sind derzeit 20- und 50-Euro-Noten. Aber selbst im Münzgeld finden sich falsche Euro-Stücke, weiß der Polizeisprecher. Das Geschäft mit den Metall-Imitaten lohnt sich ganz offenbar. Denn bei Münzen gibt es so gut wie keine Falschgeldkontrolle. Das Risiko, erwischt zu werden, ist entsprechend gering.

Oftmals werden falsche Euro-Scheine gar nicht im Handel entdeckt, sondern bei der Bank. Die von Supermärkten, Modegeschäften, Schuhläden und anderen Händlern dort täglich eingezahlten Scheine werden vor der Lagerung im Tresor noch einmal einer Falschgeldkontrolle unterzogen.

Oft kommt erst dann der Schwindel ans Licht. Der Händler bleibt dann auf seinem Schaden sitzen. Hat er sich im Laufe des Tages unbemerkt einen Falschgeld-schein andrehen lassen und mit gutem Gewissen bei der Bank eingezahlt, wird der Schein ohne Schadensersatz eingezogen. Der Betrogene bleibt also auf seinem Schaden sitzen. Die Banken behalten die entlarvten Scheine ein und leiten sie an die Polizei weiter.

Die Summe, die dem Osnabrücker Handel durch Falschgeld entsteht, lässt sich nicht beziffern, so Jantos.

Warum gerade jetzt so viel Falschgeld in Stadt und Landkreis auftritt, lässt selbst die Polizei rätseln.

Oft sitzen die Fälscherwerkstätten in Italien oder in Osteuropa. Möglicherweise werde gerade jetzt in der Region eine größere Menge Falschgeld in Umlauf gebracht. Eins ist bei den Fälscher-Werkstätten offensichtlich gleich: „Je teurer die Scheine, desto besser sind die Fälschungen“, verrät die Polizei. Schließlich werde ein 500-Euro-Schein beim Bezahlen kritischer geprüft als ein Zehner.