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Osnabrück Es muss nicht immer von Microsoft sein

19.12.2002, 23:00 Uhr

Wer einen neuen PC kauft, erhält in der Regel das "rund um glücklich"-Paket aus Redmond gleich mit dabei: Microsoft Windows - inzwischen XP - als Betriebssystem, natürlich mit integriertem Internet Explorer und Outlook Express als Email-Client. Eigentlich eine schöne Sache, wären da nicht ein paar kleine Haken: Der Internet Explorer glänzt durch Sicherheitsprobleme, Outlook ist schon durch seine Verbreitung eine ideale Virenschleuder und XP selbst "telefoniert" gerne und oft nach Hause.

Sicher, der einfachste Weg ist es, die oft vorinstallierte Software von Microsoft zu nutzen. Die so gewonnene Marktmacht des Konzerns ist aber inzwischen deutlich zu spüren. Wohl kaum ein anderer Software-Anbieter könnte es sich leisten, statt einer Vollversion seines Betriebssystems nur eine sogenannte Recovery CD beizulegen. Wer sich völlig von Microsoft verabschieden will, kommt an Linux eigentlich nicht vorbei. Die Distributionen der großen Anbieter lassen sich inzwischen fast so einfach installieren wie die MS-Kokurrenz. Und bringen dazu jede Menge Programme mit, die eigentlich alle Bedürfnisse erfüllen sollten. Wer auf Handbücher und Support verzichten kann und eine schnelle Internet–Anbindung hat, kann sich die Linux-Pakete auch aus dem Internet herunterladen Einziger echter Makel: Spieleschmieden haben Linux noch nicht als ernstzunehmende Plattform entdeckt. Immerhin: Ist die Festplatte groß genug, kann Linux auch parallel zu Microsoft installiert werden.

Weitere Betriebssystem-Alternativen sind allerdings dünn gesät: Im Internet kümmert sich immer noch eine rührige Szene um OS/2 – falls sie den ehemaligen MS-Herausforderer zufällig noch im Schrank stehen haben. Das BeOS-Projekt ist zwar gescheitert, immerhin, BeOS kann noch heruntergeladen werden. Das kostenpflichtige Lindows ist dagegen - zumindest bislang - erst gar nicht richtig gestartet. Blieben noch Unix–Derivate wie OpenBSD, die allerdings auf einem Heim PC wenig Sinn machen dürften. Wer lediglich auf Internet Explorer und Co verzichten möchte, wird schnell fündig: Mozilla und Opera sind bewährte Alternativen, mit der aktuellen Version des Navigators scheint auch Netscape wieder auf den richtigen Weg zu sein.

Wem die mitgelieferten Mail-Clients auch nicht besser als Outlook-Express gefallen, sollte sich einmal die Freeware Pegasusmail anschauen. Weitere Alternativen: Die Freeware EZPop oder die werbefinanzierte Software Eudora.Wenig Auswahl gibt es dagegen als kostenlosen Ersatz für die MS-Office-Programme. Erste Wahl dürfte OpenOffice sein. Wer sich mehr im Bereich Layout engagieren will, sollte sich Ragtime anschauen. Für nicht kommerzielle Zwecke kann das Programm ebenfalls kostenlos genutzt werden. Für die Bildbearbeitung bietet sich Gimp an.

Und der Windows Media Player? Der lässt sich am einfachsten durch winamp ersetzen. Das Programm ist ohnehin Standard in Sachen mp3.

BetriebssystemeGentooSuSeRedhatBeOS

Internet/MailMozillaNetscapeOperaPegasus MailEzPopEudora

Office und LayoutOpenOfficeRagtimeGimp

PlayerWinAmp