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Osnabrück Erster Fall von sogenannter Schweinegrippe in Osnabrück

08.07.2009, 15:18 Uhr

Seit gestern Nacht wird eine junge Patientin im Marienhospital Osnabrück (MHO) wegen einer neuen Grippe (A/H1N1) behandelt, die fälschlicherweise auch als „Schweinegrippe“ bezeichnet wird. Die aus Brasilien stammende Patientin war am vergangenen Samstag zu einem Besuch in Deutschland angekommen.

Bereits kurz nach der Ankunft traten leichte Symptome im Sinne eines grippalen Infekts auf. Da bereits im heimatlichen Umfeld der Patientin Fälle von neuer Grippe aufgetreten waren, erfolgte sicherheitshalber eine Untersuchung im Marienhospital. Nach dem positiven Ergebnis des Schnelltests wurde noch in der vergangenen Nacht der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück über den Verdachtsfall informiert.

Zur Absicherung der Diagnose wurden außerdem Proben ins Landesgesundheitsamt Hannover geschickt. Ergebnis: Seit heute Mittag liegt nun die Bestätigung der neuen Grippe vor. Der Zustand der Patientin ist nach wie vor stabil, bereits jetzt sind die Krankheitsanzeichen deutlich rückläufig.

Angehörige und Kontaktpersonen wurden durch den Gesundheitsdienst und das Marienhospital zu Verhaltensweisen informiert und prophylaktisch mit Medikamenten versorgt. „Die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsdienst und Marienhospital hat ausgezeichnet funktioniert. Es hat sich gezeigt, dass die getroffenen Vorbereitungen im Sinne einer Pandemie schon jetzt ihre Bewährungsprobe bestanden haben“, erklärt Dr. Gerhard Bojara, Leiter des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück.

Es habe umgehend ein gemeinsames Gespräch mit der Klinikleitung für das weitere Vorgehen gegeben. Dabei wurden vor allem Absprachen hinsichtlich der Therapie, weiterer Schutzmaßnahmen und der Prophylaxe getroffen. „Für die Bevölkerung in Osnabrück gibt es keinen Grund zur Beunruhigung, auch wenn weitere Fälle nicht auszuschließen sind. Ähnlich wie bei den meisten Krankheitsfällen in Deutschland ist hier eine sehr milde Symptomatik festzustellen“, so Bojara.