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Osnabrück Ein Tanz erzählt Geschichte

16.07.2009, 22:00 Uhr

Wer an Hawaii denkt, dem fallen weiße Sandstrände, türkisblaues Meer und schöne Frauen mit Kopfschmuck ein, die Besucher mit einem Blumenkranz und einem herzlichen „Aloha“ auf ihrer Trauminsel willkommen heißen.

Gabriele Rölkers Augen strahlen, wenn sie versucht, den hawaiianischen Gruß zu übersetzen: „Es gibt kein deutsches Wort für Aloha, aber es ist ein sehr warmer und herzlicher Gruß, der viel mit Nächstenliebe zu tun hat.“

Die Osnabrückerin tanzt Hula, den Volkstanz der Hawaiianer. Er wird auch als der Herzschlag der dort lebenden Menschen bezeichnet. Fließende Bewegungen, ausschweifender Hüftschwung und erklärende Arme und Hände zeichnen diesen Tanz aus und faszinierten die Sprachtherapeutin und Qigong-Lehrerin auf Anhieb.

Nachdem Gabriele Rölker viele Jahre Ballett, Jazztanz und orientalischen Tanz gemacht hatte, nahm sie im Jahr 2000 aus Neugier an einem Hula-Tanzkurs teil. Begeistert von dem fließenden, exotischen Tanzstil, ließ sie sich ein Jahr später selbst ausbilden und nahm Unterricht bei einer hawaiianischen Tanzlehrerin.

„Die Hawaiianer haben ihre eigene Geschichte nie aufgeschrieben, sondern sie durch das Tanzen weitererzählt. Meine Lehrerin hat mir viel über ihre eigene Kultur erzählt, zum Beispiel, dass ihr Volk schon immer sehr naturverbunden war und Familie und Gemeinschaft als höchstes Gut galten“, erzählt sie.

Ein bisschen wie Gebärdensprache ist Hula-Tanzen. So hat jede Geste eine eigene Bedeutung. Das Kreuzen der Arme vor der Brust bedeutet Liebe. Gabriele Rölker hat schon vielen Menschen Hula beigebracht. Besonders eindrucksvoll empfand sie das Tanzen mit Gehörlosen, die sich so gut mit diesem erzählenden Gestentanz identifizieren konnten.

„Die Menschen sind immer sehr neugierig, wenn ich vortanze, denn hierzulande weiß man zu wenig darüber“, erklärt sie. Doch wer diesen Tanz ausprobiert, wird schnell angesteckt.

„Ich habe einmal mit einer Gruppe von jungen Mädchen in den Sommerferien getanzt. Sie waren sehr ehrgeizig und so begeistert bei der Sache, dass am Schluss sogar ein paar Jungen mitmachen wollten“, lacht Rölker.

Typische Hula-Instrumente sind die Ukulele und die Gitarre. Mithilfe von Muscheln, Bambusstäben und Kokosnusshälften können auch die Tänzerinnen ihre Bewegungen musikalisch untermalen.

„Hula ist ein sehr weiblicher Tanz. Er unterstützt die Beweglichkeit und die Haltung. Viele Frauen finden den Weg zum Hula über den Bauchtanz, der im Stil Ähnlichkeiten aufweist“, erläutert Rölker und fügt hinzu: „Hula ist vor allem etwas für Frauen, die etwas ganz Neues kennenlernen möchten und die Spaß an Bewegung und Ausdruck haben.“

Neue Hula-Tanzkurse sind für Anfang September geplant.