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Osnabrück Atomtransporte in Deutschland: Karten auf den Tisch

Meinung – Dirk Fisser | 19.08.2014, 21:28 Uhr

Bei Atomtransporten quer durch Deutschland geben sich Behörden und Unternehmen verschwiegen - Verschlusssache Damit tun sie sich aber selbst keinen Gefallen.

Behörden und Unternehmer werden sich durch den Protest in Hamburg bestätigt sehen: Noch bevor die Uran-Container ihre Reise quer durch Deutschland antreten konnten, haben sich Atomkraftgegner an Schienen gekettet und den Abtransport verzögert. Würden nun – wie von Kritikern gefordert – alle Transporte inklusive der Routen vorab veröffentlicht, dann wäre es für Aktivisten ein Leichtes, den Handel mit Nuklearmaterial massiv zu behindern.

Andererseits: Hätte sich niemand angekettet, wäre die Öffentlichkeit vermutlich nicht darauf aufmerksam geworden, was da so an den Reisenden in den Bahnhöfen Deutschlands vorbeirollt.

Ja, richtig: Von mancher Chemikalie, die transportiert wird, geht im Falle eines Unfalls mehr Gefahr aus als von dem Rohstoff, der die Atomkraftwerke antreibt. Ist aber nicht genau das ein Argument dafür, transparent mit den Transporten umzugehen? Natürlich neben der Tatsache, dass Atomkraft ein gesellschaftliches Reizthema ist. Jeglicher Verdacht der Geheimniskrämerei trägt bei zur Legendenbildung und spielt denjenigen in die Karten, die populistisch das Verbot aller Nukleartransporte fordern. So etwas ist unmöglich.

Es darf aber auch nicht sein, dass sich die Behörden auf die Seite der Industrie schlagen und das Informationsrecht der Bevölkerung verletzen. Ein Mittelweg muss her, der allen berechtigten Interessen gerecht wird.

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