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Osnabrück 20 bestätigte Schweinegrippe-Fälle - Kein Grund zur Hysterie

23.07.2009, 08:57 Uhr

Die Zahl der an Schweinegrippe Erkrankten nimmt zu. In Stadt und Landkreis Osnabrück sind mittlerweile 20 Fälle bestätigt. Dennoch gebe es momentan keinen Grund zur Hysterie oder Beunruhigung, sagte der Leiter des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück, Dr. Gerhard Bojara. Das Robert-Koch-Institut und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt in Hannover haben jetzt neue Empfehlungen zum Umgang mit der Schweinegrippe herausgegeben.

„Die Anpassung der Empfehlungen ist gerade wegen des üblicherweise milden Verlaufs der Erkrankung erforderlich gewesen“, erklärt der Leiter des Gesundheitsdienstes, Dr. Gerhard Bojara. Der Grund der Empfehlungen seien vor allem die Engpässe in den Laboratorien und das kommende Ferienende.

Laut der neuen Empfehlungen sind Erkrankte nur noch in Einzelfällen zu isolieren. Hier entscheidet das örtliche Gesundheitsamt über eine notwendige Quarantäne. In Anbetracht der Engpässe in den Laboren wird eine Labordiagnostik nur noch bei Personen mit typischen Krankheitssymptomen durchgeführt. Der so genannte Schnelltest wird nicht mehr empfohlen, da dieser sich weder für die eindeutige Feststellung noch den Ausschluss der Schweinegrippe eignet.

„Probleme bereitet uns momentan die Sachlage bei der Kostenübernahme für Laboruntersuchungen. Hier gibt es von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) widersprüchliche Aussagen. Meiner Meinung nach ist die Labordiagnostik bei der Neuen Grippe ganz klar eine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung und muss dementsprechend übernommen werden“, so Bojara.

Dass es von der KV immer noch keine Aussage gebe, sei nicht nachvollziehbar und erschwere die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsdienst und Arztpraxen. „Die unklare Sachlage wird auf den Schultern der Ärzte ausgetragen – ein unhaltbarer Zustand. Da wirkt es wie ein Schildbürgerstreich, dass die Patienten sogar das Porto für den Versand ihres Abstriches ins Labor zahlen müssen.“

Bojara empfiehlt den Ärzten in der Region aus Kostengründen bei der Untersuchung von Patienten, die Symptome der Schweinegrippe aufweisen, den herkömmlichen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz zu verwenden. In besonderen Risikosituationen aber von den teureren hochwertigen Filtermasken Gebrauch zu machen.

Der Gesundheitsdienst appelliert zudem an die Eltern, kranke Kinder weder in Kindertagesstätten noch Schulen zu schicken. Gerade dort bestehe eine große Gefahr, dass sich die Erkrankung schnell ausbreite. Auch gesunde Kinder, die bestätigte Fälle der Schweinegrippe in ihrer Familie haben, dürften nicht in die Schule.