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Ohne Gegner CDU-Bundestagsabgeordneter Middelberg tritt im Wahlkreis Osnabrück-Stadt erneut an

Von Jann Weber | 17.07.2012, 16:19 Uhr

Mathias Middelberg trat ohne Gegner an. Die CDU-Mitglieder wählten ihn mit 94 Prozent der Stimmen zu ihrem Direktkandidaten für den Bundestagswahlkreis Stadt Osnabrück (39). Während die Kommission die Stimmen zählte, sprach ein prominenter Gast: Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Wenn die Parteien ihre hiesigen Bundestagskandidaten küren, gehören die Mitglieder in den Gemeinden Belm, Hagen, Hasbergen und Wallenhorst sowie in den Städten Georgsmarienhütte und Osnabrück dazu. Die CDU tagte im Foyer des Theaters am Domhof, wo die stellvertretende Landrätin Susanne Breiwe den Kandidaten vorstellte: 1964 geboren, Abitur am Carolinum, Jurastudium, 1983 in die CDU eingetreten. Und sie zog eine besondere Zwischenbilanz von Middelbergs Karriere: „Seine Lieblingswörter sind ‚sachlich‘ und ‚vernünftig‘.“ CDU-Kreisvorsitzender Burkhard Jasper fragte, ob sich noch weitere Kandidaten der Wahl stellen wollten – und schloss nach kurzer Stille die Vorschlagsliste.

Nun sprach Volker Kauder über den Kandidaten, der seit 2009 Mitglied des Bundestages ist. „Mathias Middelberg ist mir in besonderer Weise aufgefallen.“ Kauder beschrieb den Osnabrücker als einen, „der nicht das große Wort führt, aber dessen Wort Gewicht hat“. Es folgte noch ein indirektes Lob speziell aus seiner Sicht als Fraktionsvorsitzender: „Ich brauche all diejenigen, die kritische Positionen vertreten, aber am Schluss sagen: Wir müssen zusammenhalten.“

Dieser Satz war auch die Überleitung zu den großen politischen Themen. Kauder legte Wert auf die Feststellung: „Wir haben keinen Grund, von einer Euro-Krise zu sprechen.“ Schließlich werde in den USA auch keine Dollar-Krise festgestellt. Stattdessen gehe es um Staatsschulden, die zu einer Krise geführt hätten. Den Anfang sieht Kauder – wie auch Middelberg – in der SPD-Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder, der seinerzeit die Regeln für die Stabilität der Währung aufgegeben habe: „Damit hat der Zirkus begonnen.“ Jetzt Euro-Bonds zu fordern sei ein falsches Signal, denn: „Wenn es keine Konsequenz nach sich zieht, ob gespart wird oder nicht – dann wird nicht gespart.“ So werde die Schuldenkrise nicht bewältigt. Kauder erzählte, er sei „sauer“ geworden, als er gelesen habe, dass der französische Präsident François Hollande die Schuldenbremse nicht in die Verfassung aufnehmen wolle.

Middelberg lag es am Herzen, auf die Bedeutung des Euro hinzuweisen. Über das Krisenmanagement sagte er: „Wir machen diese Veranstaltung nicht für irgendwelche Banken oder Manager, sondern für uns.“

Am Ende waren die Stimmen ausgezählt. 135 Mitglieder hatten an der Wahl teilgenommen, 127 für Middelberg gestimmt, sieben gegen ihn, und einer hatte sich enthalten.