Ein Artikel der Redaktion

NOZ-Monatsrückblick Straßenkarneval und Demos: der März in Osnabrück

Von Frank Riehemann | 31.03.2014, 20:49 Uhr

Heiß her ging es auf den Straßen in Osnabrück und Umgebung im März – und das nicht nur wegen der Rekordtemperaturen. Erst wurde Karneval gefeiert, dann demonstriert. Ein Monatsrückblick.

Am Monatsanfang erreicht die närrische Session mit dem Straßenkarneval auch in der Region Osnabrück ihren Höhepunkt. Am Ossensamstag ziehen in Osnabrück 74 Gruppen und Wagen unter dem Motto „Kamelle und Karamba - let’s jeck den Ossen-Samba“ durch die Innenstadt. Mehr als 30000 Teilnehmer und Zuschauer feiern am Straßenrand und vor dem Rathaus. Mehrere Tausend Narren feiern auch bei den Umzügen am Hüttensonntag in Georgsmarienhütte und am Rosenmontag in Glandorf. In Lotte findet am Rosenmontag der wohl kleinste Karnevalsumzug in Nordrhein-Westfalen statt: Zwei geschmückte traktorgezogene Wagen und ein Bollerwagen ziehen durch den Ort.

In Osnabrück beteiligen sich die Busfahrer der Stadtwerke am Warnstreik der Gewerkschaft Verdi. Einen Tag lang bleiben die Busse im Depot . Das erwartete Verkehrschaos bleibt aus. Die Buskunden reagieren gelassen, Schüler und Studenten steigen aufs Rad um, und Taxifahrer machen ein gutes Geschäft.

Die Bürgerbefragung über die Weststraße in Osnabrück am 25. Mai 2014 wirft ihre Schatten voraus. CDU und SPD gründen gemeinsam den Verein „Entlastungsstraße jetzt!“ , dessen Ziel es ist, die Bürger von der Notwendigkeit der Entlastungsstraße zu überzeugen. Befürworter und Gegner der Weststraße gehen mit einer Fahrraddemonstration und einer Menschenkette an die Öffentlichkeit.

600 Bürger gehen in Osnabrück auf die Straße, um gegen die Abschiebung von Flüchtlingen zu protestieren. 80 Asylbewerbern, die seit einem halben Jahr in der Stadt leben, droht die Abschiebung .

Gymnasiallehrer und Pädagogen anderer Schulformen beteiligen sich in Osnabrück an einer landesweiten Aktion der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Unter dem Motto „5 vor 12“ versammeln sie sich in den großen Pausen vor den Schulen, um gegen die geplanten Arbeitszeitänderungen zu protestieren.

 Ideenschmiede, Erfinderwerkstatt und Sprungbrett für Existenzgründer: 16 Monate nach dem ersten Spatenstich nimmt das Innovationscentrum Osnabrück (ICO) offiziell den Betrieb auf.

Der Bau des „Justizzentrums Osnabrück“ beginnt. Im ersten Bauabschnitt wird das Gebäude des Amtsgerichts am Kollegienwall aufgestockt. 

Im Osnabrücker Zoo treffen die Sumatra-Tiger Argo und Diana ein. Die beiden neuen Stars im Zoo werden in einem neu errichteten, komfortablen Tigertempel ihr Zuhause finden. In ein paar Jahren sollen die beiden für Nachwuchs bei der vom Aussterben bedrohten Art sorgen.

Die Initiative „Meine, deine und unsere Stadt Osnabrück“ erhält den Yilmaz-Akyürek-Preis , mit dem die Stadt Osnabrück das Engagement für die Integration und die Gleichberechtigung von Bürgern ausländischer Herkunft würdigt.

Die Große Straße in Wallenhorst ist wieder von Anfang bis Ende befahrbar. Der südliche Abschnitt zwischen Kolping-Platz und Aral-Tankstelle ist fertig saniert und sieht nun genauso aus wie der im Sommer 2013 fertiggestellte Mittelteil bis zum Kreisel Niedersachsenstraße.

Abschied und Neubeginn in Bad Iburg: Im Rahmen einer Feierstunde im Rittersaal des Iburger Schlosses wird Bürgermeister Drago Jurak verabschiedet . Zahlreiche Redner blicken voller Anerkennung auf die achtjährige Amtszeit Juraks zurück, der bei der Wahl am 23. Februar 2014 auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Neues Stadtoberhaupt ist Annette Niermann, Niedersachsens erste Bürgermeisterin mit grünem Parteibuch. 

Ein 52-jähriger Taxifahrer aus Bad Iburg und seine ehemalige Geliebte werden vom Landgericht Osnabrück wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu Freiheitsstrafen von sieben beziehungsweise fünf Jahren und neun Monaten verurteilt . Nach insgesamt elf Verhandlungstagen zeigt sich das Gericht davon überzeugt, dass die beiden im Juli 2013 versucht haben, den Ehemann der 49-jährigen Frau umzubringen.

Das Klinikum in Dissen kämpft um seine Existenz. Es ist für seinen Fortbestand dringend auf die vom Land vor Jahren angekündigte 17,5 Millionen Euro Förderung für eine Modernisierung angewiesen. Das niedersächsische Sozialministerium ist der Ansicht, dass das Südkreis-Krankenhaus nicht wirtschaftlich zu betreiben ist und teilt mit, dass eine rechtsverbindliche Investitionszusage nicht erteilt wurde. Aus Ministeriumssicht besteht bis 2030 in Stadt und Landkreis eine Überkapazität von 900 Betten. Zudem streiten sich Stadt und Landkreis über die Beteiligung an den Kosten für das Klinikum in Dissen . Die Mitarbeiter demonstrieren mit einem Protestzug durch Dissen und einer Online-Petition für den Erhalt des Krankenhauses.

Beim seinem 39. Herrenabend krönt der Bürgerverein Lotte-Wersen den ehemaligen Vorsitzenden der SPD Niedersachsen und aktuellen Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Garrelt Duin, zum neuen Krautkönig.

Drei Menschen sterben im März bei Verkehrsunfällen in Osnabrück und Umgebung. An der Ecke Johannistorwall/Kommenderiestraße in Osnabrück wird ein 20-jähriger Fahrradfahrer von einem Lkw überrollt und dabei tödlich verletzt. Ein 25-jähriger Motorradfahrer aus Nordrhein-Westfalen stirbt auf der kurvenreichen Rechenbergstraße zwischen Wellingholzhausen und Dissen, als er aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abkommt. Auf der A 33 bei Hilter stürzt ein Motorradfahrer und wird anschließend von mindestens zwei Autos und einem Lkw überrollt. 

Zwei Jugendliche aus der Region zeigen im Fernsehen vor einem Millionenpublikum ihr Können. Die zehnjährige Tanzschülerin Xiamei Niemann aus Bad Iburg besiegt in der TV-Show „Klein gegen Groß“ Jörg Pilawa im Steppen . Pia Krämer aus Lotte ist im zweiten Anlauf in der SAT.1 Castingshow „The Voice Kids“ erfolgreich. Bei den „Blind Auditions“ überzeugt die vierzehnjährige Gymnasiastin die Jury mit ihrer Stimme und tritt nun ab dem 18. April in den „Battle Rounds“ an.

Das Wetter im März sorgt mit viel Sonnenschein für gute Laune und lädt zum Spazierengehen und Rad fahren ein. In Eisdielen und Straßencafés herrscht Hochbetrieb. Am zweiten Märzwochenende steigen die Temperaturen auf rekordverdächtige 22 Grad.