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Noch zu stumpf Betty Berlin im Blue Note

Von Tom Bullmann | 16.09.2011, 14:58 Uhr

„Modern female Soul und R ’n’ B“ waren für das Konzert von Betty Berlin im Blue Note angekündigt worden. Betty Berlin, das ist ein zehnköpfiges Ensemble, das ausschließlich aus jungen Frauen besteht. Nett waren sie anzusehen: die Sängerin mit der kleinen schwarzen Bienenstockfrisur, die Bassistin mit ihren Locken, die blonde Schlagzeugerin und die vier Bläserinnen. Aber es geht bei solch einem Frauenorchester ja nicht um das Aussehen, sondern um die Musik. „Groovende, funky Sounds mit messerscharfen Bläsersätzen“ hatte das Konzertinfo versprochen, doch blieb das, was von der Bühne kam, leider hinter diesen Versprechungen zurück.

Nun muss man den Frauen zugutehalten, dass sie offenbar ihren ersten Auftritt absolvierten. Das eröffnet der Bandleaderin Bettina Erchinger die Möglichkeit, daran zu arbeiten, dass beispielsweise die Bläsersätze in Zukunft tatsächlich „messerscharf“ daherkommen. Und dass die Bassistin sich bei einem Solo nicht auf vier Töne beschränken braucht. Und vielleicht schaffen sie es ja auch, eigene Songs zu schreiben, denn das Repertoire begnügt sich zurzeit mit der Interpretation von Klassikern wie „Drive My Car“ von den Beatles, „The Right Time“ von Ray Charles oder „Son Of A Preacherman“ von Dusty Springfield, das als „Abendgebet“ oder „Wort zum Freitag“ angekündigt wird.

Zugegeben: Die Arrangements sind ausgefeilt, und die Sängerinnen Jeanette Claßen und Miriam Arens machen einen guten Job. Doch für eine packende Show fehlt Betty Berlin das entscheidende Quäntchen Schmackes, ist die Musik noch zu stumpf.