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Niedersachsen-Technikum Frauen und Technik: Berufsorientierung auf Osnabrücker Art

Von Stefan Buchholz, Stefan Buchholz | 24.02.2017, 15:57 Uhr

Fächer wie Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (kurz: Mint) sind immer noch Männerdomänen. Dabei interessieren sich natürlich auch Frauen für Jobs in diesem Bereich. Ausprobieren können sie diese beim Niedersachsen-Technikum: einer halbjährige Berufsorientierung made in

Dabei geht es für teilnehmende Abiturientinnen um mehr als bloß einen Schnupperkurs. Sechs Monate lang heißt es, in Unternehmen mitzuarbeiten und nebenbei passende Vorlesungen der Universität und Hochschule zu besuchen. In Osnabrück haben gerade wieder 30 junge Frauen das Niedersachsen-Technikum absolviert.

Ziel: Maschinenbau-Studium

Frauke Pieper ist eine von ihnen. „Für mich war es die bessere Alternative zum Freiwilligen Sozialen Jahr“, erklärt sie. Noch während der Abi-Vorbereitung habe sie sich deshalb um ein Niedersachsen-Technikum beworben. Bei der Papierfabrik Schoeller Technocell konnte sie schließlich als sogenannte Technikantin anfangen.

„Frauke Pieper hat bei uns viele Abteilungen kennengelernt und sich schnell eingefuchst“, berichtet Mentor Achim Pape. Und auch aus Sicht der Teilnehmerin hat sich die Aktion gelohnt: Denn jetzt sei ihr klar, dass sie Maschinenbau studieren möchte, so Pieper. (Weiterlesen: Volle Kraft voraus – Tomke Siemens wird Schiffbauerin) 

Erste Vorlesungen und Prüfungen

Technikantin Anna-Sophia Sommer wiederum stellte Begeisterung und Talent für Mint-Fächer bei der IT-Agentur Basecom auf die Probe. Dort gestaltete sie Webseiten und entwickelte ein Computerprogramm für Online-Shops mit. Von ihrem eigentlichen Berufswunsch Wirtschaftsinformatik rückte sie nach dem Niedersachsen-Technikum ab. „Jetzt werde ich Kognitionswissenschaften studieren“, sagt Sommer.

Sie und Frauke Pieper besuchten während der sechs Monate bereits fachbezogene Vorlesungen. Dabei legten sie erste Prüfungen ab, die sich auf ein zukünftiges Studium anrechnen lassen. (Weiterlesen: Professorinnen an der Uni Osnabrück auf dem Vormarsch) 

Erfolgsquote von 90 Prozent

Für Barbara Schwarze, Professorin an der Hochschule Osnabrück und Leiterin der Koordinierungsstelle Niedersachsen-Technikum, ist die halbjährige Berufsorientierung, die Theorie und Praxis vereint, ein Erfolgsmodell. „Neun von zehn Frauen entscheiden sich anschließend für ein Studium oder einen Beruf im Mint-Bereich.“ Darüber hinaus habe das Niedersachsen-Technikum einen beeindruckenden Nebeneffekt, wie Joachim Härtling, Vize-Präsident der Universität Osnabrück, feststellt: So trage es auch ganz wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmerinnen bei.