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Newcomer Salim Samatou Gestenreiche und smarte Comedy

Von Christoph Beyer | 16.12.2016, 21:01 Uhr

Alles andere als auf den Mund gefallen präsentierte sich Comedy-Newcomer Salim Samatou im Haus der Jugend. „Voll tight“ lautet der Titel seines Programms, mit dem der schelmische 23-jährige bei den rund 80 Zuschauern für gute Laune sorgte.

Kaum steht Salim Samatou auf der Bühne, stellt sich beim Betrachter das Gefühl ein, einer besonderen Performance beizuwohnen. Die Präsenz und Authentizität, die von diesem jungen Mann ausgeht, wirkt außergewöhnlich. Kombiniert mit gestenreicher Konversation, einem komplexen Mienenspiel und dem direkten Einbezug des Publikums, ergibt sich ein Comedy-Mix, der bestens unterhält und wirkt, als würde der Gewinner des RTL Comedy-Grand-Prix schon seit Jahrzehnten auf der Bühne stehen.

Vollkommen unprätentiös driftet Samatou durch den Abend, der programmatisch keinem wirklich erkennbaren roten Faden folgt, sondern eher wie eine äußerst smart vorgetragene Dauerimprovisation wirkt. Dabei zeichnete Samatou durchaus Bilder mit einem gewissen Wiedererkennungswert, etwa als er ökologisch überambitionierte Bioladenverkäufer und ihre Attitüde ins Visier nahm. Selbst hanebüchenen Blödeleien, etwa über hüpfend zu wechselnde Zeitzonen am Nordpol, sorgten, durch ihre selbstironische Darbietung, für Lacher.

Zu einem von zahlreichen Höhepunkten geriet die geschilderte Kompensation von Minderwertigkeitsgefühlen beim Kinobesuch, wo mithilfe von Nachos die eigene Freundin vom US-Schauspieler Channing Tatum abgelenkt werden sollte. Der mit dem Jugendslang offenbar bestens vertraute Samatou ließ sich auch über die Fallstricke deutscher Rechtschreibung aus, die ihn, der mit elf Jahren nach Deutschland zog, offenbar vor manche schulische Herausforderung gestellt haben. Das dies den talentierten Bad Kreuznacher nicht an einer erfolgreichen Comedy-Karriere hindern wird, kann getrost als sicher gelten.