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Neuer Film „Professor Love“ Elegante Balance für ein Beziehungsroulette

Von Vera Geisler, Vera Geisler | 11.06.2016, 08:30 Uhr

Vom hedonistischen Single zum liebenden Vater und Ehemann, von da zum schmählich Verlassenen– im Leben des charismatischen Literaturprofessor Richard (Pierce Brosnan) geht es ungestüm zu im neuen Film „Professor Love“.

Fern von seichtem Komödien-Klimbim und ohne in die Tiefen selbstverliebter Tristesse abzurutschen, bewegt sich das Beziehungsroulette „Professor Love“.

Elegant balanciert die starbesetzte Produktion (Pierce Brosnan, Salma Hayek , Jessica Alba, Malcolm McDowell) zwischen Humor und Ernst, Zynismen und tragischen Momenten.

Zu verdanken ist dies – neben dem hochkarätigen Ensemble – dem Drehbuch (Matthew Newman), das sich an ein an Schöngeistigem interessiertes Publikum richtet.

Leichthändig wird eine Geschichte von den berühmten Gegensätzen erzählt, die sich bekanntlich nur kurzfristig anziehen: Hier der charmant gealterte Literaturprofessor, der mit Begeisterung über die Bedeutung der romantischen Schriftsteller Yeats, Byron und Joyce für die Menschen der Jetzt-Zeit referiert, dort die dem Gewinnmaximieren verschriebene attraktive junge Frau – eine Ausgangsposition, die förmlich nach Krise und Drama schreit.

Herausgelöst aus seinem gewohnten Terrain – dem regnerischen Cambridge – muss sich der entwurzelte Engländer zudem an Kaliforniens sonniger Küste bewähren. Und dann verlangt die Einwanderungsbehörde nach seiner Mitarbeit, und der mit akademischen Ehren überhäufte Papa ist schwieriger denn je .