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Neuer Chef, Jubiläum, Indien-Patenschaft Osnabrücker Gesamtschule Schinkel feiert dreifach

Von Markus Strothmann, Markus Strothmann | 10.11.2016, 16:37 Uhr

Neuer Schulleiter, 45. Geburtstag und die Übernahme einer neuen Patenschaft für ein Schulprojekt der Indienhilfe von Pater Franklin – an der Osnabrücker Gesamtschule Schinkel (GSS) gibt es diese Woche gleich dreifachen Grund zum Feiern.

„Dem Auge der Behörde bleibt nichts verborgen“, scherzte der Dezernent der Landesschulbehörde Klaus Eilert mit Blick auf den Werdegang des neuen Schulleiters Udo Cronshagen. Offenbar hat dessen Akte den Test bestanden, wie die Berufung an die GSS belegt. „Gestaltungsfreude, Zielstrebigkeit, Problembewusstsein und eine sachlich, ruhige Art“ attestierte Eilert dem neuen Chef, der das Rektoren-Amt zuvor an der Kooperativen Gesamtschule Großefehn in Ostfriesland ausübte.

Vom Personal der GSS gab es zum „Einzug“ ein langes Zunftbrot und Salz. Elternvertreter Hartmut Marks-von der Born hielt je einen humorvollen Exkurs zu allen drei Anlässen der Feier. „Ich glaube, ich habe mir zu wenig aufgeschrieben“, konstatierte Schülersprecher Linus Otten daraufhin trocken und wünschte kurz und knackig „im Namen der SV alles Gute. Wir hoffen auf eine gute Zusammenarbeit“.

GSS ist gefragt

Die Geburtstagsrede für die GSS hielt dann Udo Cronshagen persönlich, inklusive einer kurzen Historie der Schule und viel Lob für das Konzept Gesamtschule im allgemeinen. Dass immer mehr Schulen dieses Modells öffneten, sei ein Beleg für dessen Vorzüge. Die GSS wurde 1971 als erste Gesamtschule in Osnabrück gegründet. „Hier kann man seitdem erleben, wie eine Gesamtschule funktioniert“, so Cronshagen. Dass die Nachfrage nach Plätzen die vorhandenen Kapazitäten regelmäßig deutlich übersteige, spreche für die Qualität.

Das folgende Theaterstück trug den naheliegenden Titel „45 Jahre GSS“. Darin zeigten die Schüler-Schauspieler den Wandel – weniger den der Schule, als den der Eltern. 1971 etwa wollte der Papa nicht Papa genannt werden, sondern Jürgen. Außerdem hoffte er darauf, dass die Schule seinen Kindern zu einem kritischen Bewusstsein gegenüber dem kapitalistischen System verhelfen möge. 2016 heißt der Papa wieder Papa – und er will einfach nur den Nachwuchs aus der Küche haben, damit er in Ruhe Nutella essen kann.

Indienhilfe mit Schirmherr Pistorius  

Innenminister und Ur-Schinkelaner Boris Pistorius (SPD) gratulierte herzlich, korrigierte aber die Ausführungen von Udo Cronshagen zur Geschichte der Schule in einem Punkt und machte nebenbei ein wenig Werbung in eigener Sache: „Das Gründungsverbot für Gesamtschulen wurde 2009 nicht aufgehoben, sondern nur gelockert. Abgeschafft wurde es erst 2013 unter der SPD-Regierung von Stephan Weil.“

Für die neue Patenschaft der GSS für die Father Agnel School in Ranchi, Indien, übernimmt Boris Pistorius die Schirmherrschaft. „Je mehr Menschen wir helfen können, desto mehr wachsen in dem Bewusstsein heran, dass es möglich ist, auch anderen zu helfen.“ Als Vertreter der Indienhilfe nahm Jürgen Fluhr zur Eröffnung denn auch einen Scheck über 4000 Euro entgegen, die an der GSS durch verschiedene Projekte gesammelt wurden.

Zu gegebenem Anlass zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass die GSS einiges an Showqualitäten zu bieten hat: Für Musik sorgten Big Band und Chor; zwischen den Redebeiträgen lockerte die Hip-Hop-Tanz-AG das Programm auf.