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Neue Gebetsmöglichkeit für Moslems Islamischer Gebetsraum im Marienhospital Osnabrück

Von Stefan Buchholz | 25.02.2014, 15:33 Uhr

Islam Mosque (Islamische Moschee) – so nennt sich ein neuer Gebetsraum im Marienhospital Osnabrück (MHO). Mit Versen aus dem Koran weihte Imam Kemal Salihovic von der bosnisch muslimischen Gemeinde den kleinen Gebetsplatz jetzt ein.

Vor einem Jahr waren Vertreter der Osnabrücker muslimischen Gemeinden mit dem Wunsch nach einem Gebetsraum an das MHO herangetreten. Für gut 6000 Euro gestaltete das Krankenhaus die Gebetsstätte nach den Wünschen der Muslime.

Der Raum – entstanden aus einem ehemaligen Patientenzimmer – ist in der grünen Farbe des Islam gehalten und durchgängig mit Teppich ausgestattet. Vorgelagert ist ein Bereich zur Ablage der Schuhe und zur rituellen Reinigung. Frauen und Männer können den neuen Gebetsplatz zusammen nutzen. Er steht grundsätzlich auch Menschen anderen Glaubens offen. Bedingung: Sie müssen den Gebetsraum sauber betreten und die Gefühle anderer respektieren.

MHO-Geschäftsführer Bernd Runde wertete den Gebetsplatz auf der Station C3 als einen Ausdruck des „berechtigten Wunsches“ der Muslime, ihren Glauben zu leben. Der Raum füge sich in das Leitbild und die Satzung des Krankenhauses mit ein.

Der katholische Seelsorger des MHO, Gerd Robben, zeigte sich überzeugt, „dass neben der christlichen Kapelle auch von dem neuen Gebetsraum eine positive Wirkung ins Haus und in die Herzen der Menschen hinein wirkt.“

Als einen „Mehrwert bei der Genesung“ bezeichnete Gökhan Güzel die Gebetsmöglichkeit. „Erst wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind und sich positive Energien freisetzen, kann eine schnellere Entspannung und Regeneration des Körpers stattfinden“, meinte der Vertreter und Koordinator der muslimischen Gemeinden Osnabrücks. Güzel bedankte sich bei allen, die an der Entstehung beteiligt waren.

Für den Krankenhausverbund der Niels-Stensen-Kliniken ist es bereits die zweite Möglichkeit für Muslime, ihre religiösen Pflichtrituale zu praktizieren. Im Christlichen Klinikum Melle richtete man bereits vor geraumer Zeit einen Raum für betende Moslems ein.