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Neue Aspekte durch Erdkabel-Option Trassensuche für 380-kV-Leitung in Osnabrück bleibt spannend

Von Sandra Dorn | 27.04.2016, 21:33 Uhr

Wird das Grundwasser zu stark erhitzt, wenn die geplante 380-kV-Leitung im Osnabrücker Südkreis teilweise unter die Erde kommt? Das ist nur eine von vielen neuen Fragen, die am Mittwoch bei einer Antragskonferenz zur Trasse 16 aufkamen.

Die Festlegung des Trassenverlaufs für die geplante 380-kV-Leitung von Bad Essen-Wehrendorf über Osnabrück-Lüstringen (Abschnitt Nord) bis zur Landesgrenze nach Gütersloh (Abschnitt Süd) ist ein Spiel mit etlichen Variablen, das dürfte allen Teilnehmern noch einmal klar geworden sein. Bislang gingen alle von einer reinen Freileitung aus. Der Netzbetreiber Amprion, der die Leitung im Auftrag des Bundes für die Energiewende bauen soll, orientierte sich an den bestehenden 110- und 220-kV-Leitungen rund um Osnabrück, und das Raumordnungsfahren (ROV) war für den Süd-Abschnitt längst eröffnet worden.

Erdkabel-Pilotstrecke

 Im Dezember ist die Trasse 16 aber zu einer von bundesweit sechs Erdkabel-Pilotstrecken aufgestiegen. Daher fand nun eine ergänzende Konferenz statt, zu der erstmals auch die Bürgerinitiative (BI) „Keine 380-kV-Freileitung am Teuto“ eingeladen wurde. Als positiv bewertet der Bissendorfer BI-Vertreter Martin Schürmeyer die Transparenz, die das Verfahren dadurch bekomme. „Wir haben noch einmal gefordert, dass alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden und die Leitung überall dort unter die Erde kommt, wo die Mindestabstände zu Wohnhäusern nicht eingehalten werden können, “ sagte er hinterher.

Amt legt Trassenkorridor fest

Das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems hat beim ROV den Hut auf und wird schließlich einen groben Trassenkorridor festlegen. In den Raum geworfen wurde am Mittwoch unter anderem erneut die Option einer Trasse entlang der A33, erläuterte Amtsvertreter Bernhard Heidrich. Diese Möglichkeit muss das Amt genauso in den Blick nehmen wie die Auswirkungen von Erdkabel-Wärme auf das Grundwasser. In einigen Wochen werde die Behörde vorgeben, welche weiteren Untersuchungen Amprion durchführen muss. Wann das Amt nach erneuter Öffentlichkeitsbeteiligung den groben Korridor festlegt, ist noch völlig offen. Und der exakte Trassenverlauf wird erst danach im Planfeststellungsverfahren festgezurrt – auch das dürfte etliche Monate in Anspruch nehmen.