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NDR besucht Marco Beeken Osnabrücker Chemieprofessor experimentiert im Fernsehen

Von Benjamin Havermann, Benjamin Havermann | 23.04.2018, 15:32 Uhr

Wenn das Fernsehen zu Besuch kommt, dann muss es knallen. Das dachte sich wohl Marco Beeken, als er den NDR zu sich in die Universität Osnabrück einlud. Der Chemieprofessor präsentierte dem Kamerateam mehrere Experimente, bei denen es heiß, bunt und eben laut wurde.

Der Fernsehsender hatte im Rahmen der Aktion „Wir bei euch – Wünsch Dir Deinen NDR“ Zuschauer und Hörer aufgefordert, sich zu bewerben. Sie durften sich dabei einen NDR-Moderator wünschen, der zu ihnen kommt. Zur Auswahl standen zum Beispiel Michael Thürnau, Bettina Tietjen oder Hinnerk Baumgarten und ihre jeweiligen Sendungen.

Beeken hat sich für Jan Starkebaum entschieden, der unter anderem die Sendung „Hallo Niedersachsen“ moderiert. Der Professor würde Starkebaum gerne in die Welt der Chemie entführen, hatte er in seiner Bewerbung geschrieben. Der Forschungsschwerpunkt des 37-Jährigen liegt in der Entwicklung von chemischen Schauexperimenten und in der Konzeption, Durchführung und Evaluation von neuen Formaten zur Wissenschaftskommunikation.

Showtalent eines Eckart von Hirschhausen

Starkebaum zeigte sich beeindruckt vom Wissen des Professors und seinem Showtalent. „Herr Beeken könnte Eckart von Hirschhausen Konkurrenz machen“, sagte der 35-jährige NDR-Moderator. Er selber habe keinen Bezug zu Chemie. In der Oberstufe konnte er die Naturwissenschaft abwählen und war nach eigenen Angaben „froh darüber“. Bei Beeken habe er den Eindruck, dass er „die Chemie im Herzen“ trage und diese Begeisterung weitergeben möchte. Und damit hat Starkebaum nicht unrecht.

„Ich will zeigen, wie spannend Chemie sein kann“, sagte Beeken. Seine Aufgabe sei es, der Öffentlichkeit komplexe chemische Vorgänge auf einfache Weise zu vermitteln. Dabei hilft ihm seine Erfahrung vor der Kamera und vor Publikum. In Osnabrück führte Beeken zum Beispiel die Veranstaltung „Pub Science“ ein, wo er durch die Kneipen zieht und Experimente am Tresen zeigt. 2017 bekam der Stardozent für seine „studentengerechten Lehrmethoden“ den Hans-Mühlenhoff-Preis der Universität Osnabrück – nur drei Jahre, nachdem er dort als Professor für Chemiedidaktik angefangen hatte.

Fach mit hoher Abbrecherquote

Besonders nervös war Beeken deshalb nicht beim NDR-Besuch, nur „etwas aufgeregt“, ob seine Experimente mit Namen „Brennende Hand“ oder „Gummibärchenhölle“ tatsächlich funktionierten. Wer aber meint, es ginge dem Juniorprofessor nur um Effekthascherei, liegt falsch. Vielmehr versucht er, für ein Fach zu werben, bei dem die Abbrecherquote bis zu 50 Prozent beträgt.

Zum Berufswechsel konnte Beeken den NDR-Moderator zwar nicht bewegen, doch zum Mitmachen. Starkebaum lieh ihm bereitwillig seine Körperteile, als es um die „brennende Hand“ ging. Dabei wurde unter Wasser Butangas in seine geschlossene Hand gesprüht und dies später an der Luft angezündet. Das Ergebnis war eine helle Stichflamme aus der Hand wie bei einem Magier. Dem 35-Jährigen kamen Zweifel, ob er den Tag unbeschadet überleben würde. Sicher war ihm aber: „An der Seite von Chemieprofessor Marco Beeken hätten meine Schulnoten früher wohl etwas besser ausgesehen“, schrieb Starkebaum in einem Tagebucheintrag für den NDR.

TV-Ausstrahlung am Freitag

Wie es dem Moderator ergangen ist und welche Experimente Beeken in der Osnabrücker Universität außerdem wagte, zeigt der NDR am Freitag, 27. April 2018, ab 19.30 Uhr in der Sendung „Hallo Niedersachsen“.