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Nachwuchsglück und Freiluftgenuss Frühlingserwachen im Zoo Osnabrück

Von David Hausfeld, David Hausfeld | 21.04.2016, 19:31 Uhr

Der Osnabrücker Zoo öffnet Tür, Tor und Gatter für die Freiluftsaison. Für viele Tiere wie die Schimpansenfamilie oder die Hybridbären heißt es jetzt: Schluss mit Lethargie, Winterschlaf und Innenanlagen. Einige stolze Eltern gibt es auch, etwa die Servale, Ouessentschafe und erstmals auch die Vielfraße.

Manchmal geht es ruppig zu im Hause Ouessentschaf, gerade dann, wenn der frisch gebackene Vater Karl-Heinz zu erzieherischen Maßnahmen greift. Dann reicht das schafstypische Gemecker nicht mehr aus. Stattdessen gibt es einen ordentlichen Stoß mit den (für ein so kleines Tier verhältnismäßig großen) Hörnern des Schafbocks.

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Bei der Fütterung bekommt der Bock im Haus als erstes, und wer nicht hören will, muss dann eben fühlen. So auch eines der fünf aufgeweckten Lämmer, die in den vergangenen Wochen zur Welt kamen. Eigentlich laufen die Vertreter der kleinsten Schafsrasse Europas zwischen den Ziegen im NOZ-Streichelland. Zur Jungtieraufzucht verweilen sie aber nun im angrenzenden Gehege, sind aber auch dort gut zu beobachten.

Erstmals Nachwuchs bei den Vielfraßen

Seit 2010 lebt das Vielfraßpärchen mit Weibchen Vilja und Männchen Loki zusammen. Im sechsten Jahr hat es dann endlich auch mit dem Nachwuchs geklappt. Vermutlich im Anfang Februar wurde das Tier im „Kajanaland“ geboren. Manchmal könne das nicht genau bestimmt werden - weder wann, noch ob überhaupt Nachwuchs gekommen ist, erzählt Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zoos.

Der frisch geborene Nachwuchs werde nur äußerst selten vom Muttertier aus dem Bau getragen. Es könne sogar vorkommen, dass eine Geburt von den Pflegern gar nicht oder nur sehr spät bemerkt werde. „Manchmal gibt es Anzeichen, etwa wenn Mutter den Vater nicht mehr so nah an sich ranlässt“, sagt Klumpe. Vielfraßgeburten sind gerade in Zoos eine echte Seltenheit. Nur zehn bis 15 Jungtiere werden europaweit geboren, so Klumpe.

Bei den Servalen hat Mutter das Sagen

Stolze Eltern sind auch die Servale, afrikanische Wildkatzen. Die Wärme an diesem Apriltag hat das Muttertier direkt genutzt um die drei Junge ins Freie zu tragen. Gut geschützt unter einem Busch können sie die frische Luft genießen. Das Weibchen ist ebenfalls vorsichtig gegenüber dem Vater und sorgt bei der Fütterung für genügend Sicherheitsabstand zu den Sprösslingen.

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Nicht nur für die Besucher schön zu sehen, auch für die Tiere ist es „eine wichtige Erfahrung und Beschäftigung Jungtiere aufzuziehen“, betont Klumpe. Die Elterntiere stammen aus Privatbesitz und wurden als Haustiere gehalten, inklusive täglich frisch aufgeschlagenem Katzenbett. Mittlerweile seien sie aber wieder richtige Wildtiere und müssen mit Stroh vorlieb nehmen, sagt der Biologe.

Schimpansen erobern Freiluftquartier

Frischen Nachwuchs gibt es bei der Schimpansenfamilie zwar nicht, dafür aber große Freude über die Öffnung der gut 2500 Quadratmeter großen Außenanlage. Nach dem Winter in der 500 Quadratmeter großen Schimpansenhalle eine dankbare Abwechslung, nicht zuletzt für die knapp zwei Jahre alten Jungtiere Helmut und Tamika, sagt Klumpe. Aber auch der Wechsel nach drinnen werde im Herbst zum Highlight, dann sei die Vegetation in der Halle nämlich zu einem „richtigen Dschungel“ zugewachsen.

Hybridbären aus dem Winterschlaf erwacht

Noch etwas träge, aber dennoch wohlauf sind die Hybridbären Tips und Taps aus dem Winterschlaf erwacht. Das Winterfell haben sich auch noch nicht ganz abgelegt. Während sich Weibchen Tips aber bereits zu einem Bad im Teich hinreißen lässt (Fisch sei Dank), ist Männchen Taps noch etwas zurückhaltend. Die Mischlinge aus Braun- und Eisbär teilen sich ihr Gehege mit den Silberfüchsen - eine harmonische Wohngemeinschaft, bestätigt Klumpe.

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