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Nach Vorfällen in Dortmund Keine Sorgen um Tiere im Osnabrücker Zoo

Von Dietmar Kröger | 03.12.2015, 16:39 Uhr

Der Dortmunder Zoo ist gebeutelt: Laut Presseberichten wurden in den letzten Monaten drei Äffchen gestohlen, ein Seehund erschlagen und dann lag noch ein Pinguin tot neben seinem Gehege, zwei seiner Kollegen sind ganz verschwunden. Müssen wir uns nun auch Sorgen um die Tiere im Osnabrücker Zoo machen? Klare Antwort von Zoodirektor Michael Böer: „Nein.“

 Vorfälle wie in Dortmund seien ausgesprochen selten und kämen im Bundesgebiet alle 10 bis 15 Jahre einmal vor, sagt Böer. „Ich habe so etwas in meinem Berufsleben weder in Hannover noch in Hodenhagen jemals erlebt.“ Ohne eine Bewertung der Ereignisse in Dortmund vorzunehmen, differenziert Böer zwischen Diebstahlskriminalität und psychopathologischen Motiven. Beides gebe es, sei aber außerordentlich selten.

Diebstähle aus Liebhaberei oder auch, um mit seltenen Tierarten ein gutes Geschäft zu machen, können vorkommen, sind aber äußerst rar. Dass Menschen aus krankhafter Veranlagung heraus den Kreaturen in Tierparks Leid zufügen, ist wohl noch seltener. Wenn so etwas passiert, sei das mediale Interesse aber immer gleich sehr groß, sagt Böer.

In Osnabrück sei vor etlichen Jahren einmal ein Tucan entwendet worden, weiß Zoosprecherin Lisa Josef von einem einzigen Fall in der Geschichte der Einrichtung auf dem Schölerberg. In der Regel sei es eher umgekehrt: Manche Besucher ließen ihre Tiere wie Schildkröten, Exen oder auch Katzen gerne mal im Zoo, um sie loszuwerden.

Hoher Zaun

Der zwei Meter hohe Zaun, der das gesamte Gelände des Zoos umgibt, soll nicht nur die Tiere davon abhalten Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung zu machen – was im Fall von Nasenbär Norbert oder im gelungenen Fluchtversuch von Mantelaffe Abasi nicht ganz gelungen ist – sondern natürlich auch Langfinger von nächtlichen Besuchen abschrecken.

Sicherheitsvorkehrungen reichen aus

„Unsere Sicherheitsvorkehrungen sind ausreichend“, ist sich Böer sicher. Zwei Mitarbeiter hätten ihre Wohnungen auf dem Gelände und zudem seien auch die Gästeappartements des Zoos regelmäßig mit jungen Leuten aus der Zoobranche belegt, die ausdrücklich eingeladen sind, sich auch nachts im Gelände zu bewegen. „Wer unbefugt im Zoo unterwegs ist, muss immer damit rechnen einem unserer Mitarbeiter oder Gäste über den Weg zu laufen“, sagt Böer. Weitere Sicherheitsvorkehrungen stünden in ihrem Aufwand in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen.

Zudem dürfe man nicht vergessen, dass der Zoo nicht isoliert zu betrachten sei, so Böer weiter. Er sei nicht hermetisch abgeriegelt, sondern vielmehr Teil des Ökosystems rund um den Schölerberg. In unmittelbarer Nähe befinde sich zum Beispiel derzeit eine Graureiherkolonie. Auf dem Speiseplan dieser Vögel können nach Böers Worten durchaus auch schon mal kleine Pinguine stehen. Zwar sei deren Gehege auf dem Schölerberg so angelegt, dass die Eltern ihre Jungtiere geschützt aufziehen können, auszuschließen sei eine Attacke deshalb aber noch nicht. Auch könnten ausgesetzte Katzen schon mal die Vögel in den Volieren erschrecken. Schwerwiegende Verletzungen oder gar Todesfälle seien aber auch dabei eine seltene Ausnahme.